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Die Isolation der Pandemie führt zu einem erhöhten Risiko postpartaler Depressionen

Postpartum depression

Kurz vor der Entbindung sind die meisten Mütter voller Hoffnung und Angst. Sie hoffen, dass ihr Baby gesund und glücklich sein wird, dass sie alles richtig machen und dass Geburt und das Leben mit Baby so perfekt wie möglich ablaufen werden. Aber jede Hoffnung hat auch eine Kehrseite: Die Angst und die Sorge, dass etwas schief gehen wird. Das Schlimmste daran: Man fühlt sich oft machtlos. Es ist beängstigend, zu wissen, dass es Dinge gibt, auf die man – selbst als Mutter – keinen Einfluss hat.

Bis vor kurzem hätten die meisten Mütter wohl kaum daran gedacht, sich darum zu sorgen, ein Kind direkt in eine weltweite Pandemie hinein zu gebären. In eine Welt, in der es Mindestabstand, erhöhtes Gesundheitsrisiko und lauter neue Regeln gibt und in der plötzlich alles anders ist. In den letzten Monaten ist jedoch genau dieses Szenario eine Realität geworden, der sich viele Frauen stellen mussten. Dieser neue Lebensabschnitt ist auch so schon für viele Frauen mit so einigen Ängsten verbunden. Eine globale Pandemie und ihre Folgen verstärkt dieses Gefühl natürlich noch. Wenn einfache Dinge wie Windeleinkauf oder Arztbesuch plötzlich mit der Sorge um Ansteckung verbunden wird und ständig ein Gefühl der Beklommenheit und Angst um einen herrscht, dann fühlt man sich – gerade als werdende Mama – plötzlich noch einmal viel verwundbarer als vorher.

Schwangerschaft und die postpartale Phase waren für Frauen schon immer nicht ganz einfache Zeiten. Dies ist teilweise auf die hormonellen Schwankungen zurückzuführen, die mit Schwangerschaft und Entbindung einhergehen, andererseits aber natürlich auch mit dem Schlafentzug, den junge Eltern in der frühen postpartalen Periode erleben. Nun kommen Ängste über die Gesundheit eines ungeborenen Kindes oder Kleinkindes und die Folgen vorbeugender Maßnahmen wie sozialer Distanzierung hinzu und führen zu noch mehr Stress.

Die unzähligen Herausforderungen, die mit einem Neugeborenen einhergehen, verschärfen sich nun angesichts des Coronavirus und der erzwungenen Isolation noch. Diese Erfahrung ist für viele überwältigend und bringt Angst und Unsicherheit in das Leben neuer Eltern. Der Mangel an Unterstützung und Ressourcen, die Frauen zur Verfügung stehen, die während der Pandemie ein Kind bekommen, stellt ein ernstes psychisches Gesundheitsrisiko dar. Insbesondere deshalb, weil die postpartale Depression auch schon vor Corona eine häufige Begleiterscheinung in der ersten Zeit nach der Geburt war und es hier auch vorher schon nur unzureichend Hilfe gab.

Angesichts der Pandemie und der damit verbundenen Quarantäne steigt nun das Risiko einer postpartalen Depression noch. Deshalb haben wir diesen Artikel verfasst. Er bietet Informationen und Ressourcen, um Müttern bei dieser einzigartigen und unerwarteten Herausforderung zu helfen.

Was ist eine postpartale Depression?

Auch schon in Zeiten vor der Pandemie litten bis zu 14 Prozent der Frauen unter schwangerschaftsbedingten Angstzuständen. Diese Ängste können sich auf alles beziehen, was im Verlauf der Schwangerschaft und Entbindung so alles geschieht. Vor allem drehen sich die Sorgen und Ängste natürlich um die eigene Gesundheit und die des Babys. Bis zu 20 Prozent der Frauen leiden nach der Geburt dann an der sogenannten postpartalen Depression. Im Gegensatz zum Baby-Blues, der häufiger und weniger schwerwiegend ist und etwa zwei Wochen anhält, ist eine postpartale Depression eine schwerwiegendere Erkrankung. Eine postpartale Depression ist eine Stimmungsstörung, die normalerweise innerhalb eines Monats nach der Entbindung beginnt. Sie beinhaltet körperliche, emotionale und Verhaltensänderungen.

Ursachen

Es gibt viele mögliche Ursachen für postpartale Depressionen. Sie können durch chemische, soziale und psychologische Ursachen hervorgerufen werden. Chemisch gesehen erfahren Mütter nach der Entbindung einen starken Rückgang der Hormone Östrogen und Progesteron. Diese Hormone nehmen in den drei Tagen nach der Geburt etwa um den Faktor zehn ab. Darüber hinaus erleben Frauen nach der Geburt eine überwältigende Kombination von sozialen und psychischen Veränderungen, die erhebliche Auswirkungen haben können. Darunter eine Veränderung der Identität, Schlafentzug und Probleme mit dem eigenen Körperbild.

Darüber hinaus haben Frauen in bestimmten Kategorien ein erhöhtes Risiko für postpartale Depressionen. Diese beinhalten:

  • Frauen, die selbst an Depressionen leiden oder bei denen Depressionen in der Familiengeschichte auftritt
  • Frauen, die kürzlich erhöhtem Stress oder Lebensereignissen wie Krankheit, Verlust des Arbeitsplatzes oder Tod in der Familie ausgesetzt waren
  • Frauen mit bipolarer Störung
  • Mütter von Babys mit besonderen Bedürfnissen oder mehrere Babys (Zwillinge, Drillinge)
  • Mütter, denen ein angemessenes Unterstützungssystem fehlt oder die Probleme mit ihrem Partner oder innerhalb der Familie haben
  • Frauen, die Probleme beim Stillen haben
  • Frauen die finanzielle Probleme haben

Symptome

Die Symptome einer postpartalen Depression können zunächst leicht mit Baby-Blues verwechselt werden. In der Regel wird jedoch deutlich, dass es ein ernsthafteres Problem gibt, wenn die Symptome intensiver sind, länger anhalten oder die Fähigkeit einer Mutter beeinträchtigen, für sich selbst oder ihr Kind zu sorgen. Die Symptome beinhalten:

  • Stimmungsschwankungen und Depressionsgefühle
  • Weinen
  • Energiemangel
  • Appetitlosigkeit oder eine deutliche Steigerung des Appetits
  • Zu wenig oder zu viel Schlaf
  • Schwierigkeiten, eine Verbindung zu dem Baby aufzubauen oder Familie und Freunde an sich heran zu lassen
  • Unruhe
  • Hoffnungslosigkeit
  • Schuldgefühle, Schamgefühle oder Unzulänglichkeiten
  • Angst und Panik
  • Selbstmordgedanken
  • Gedanken und Fantasien, dem Baby Schaden zuzufügen

Eine Mutter, bei der diese Symptome auftreten, sollte dringend mit ihrem Arzt oder medizinischen Fachpersonal sprechen. Insbesondere gilt dies, wenn die Symptome anhalten oder sich verschlimmern, wenn es der Mutter schwerfällt, für sich selbst und / oder ihr Baby zu sorgen, oder wenn sie Gedanken an Selbstverletzung oder Verletzung ihres Babys entwickelt.

Behandlung

Postpartale Depressionen können mit Medikamenten gegen Angstzustände, Antidepressiva, Psychotherapie, Aufklärung durch und Teilnahme an sozialen Selbsthilfegruppen – oder einer Kombination aus diesen – behandelt werden. Meistens vergeht die postpartale Depression nach einigen Monaten. In einigen seltenen Fällen kann sie jedoch auch bis zu einem Jahr oder länger andauern.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die psychische Gesundheit neuer Mütter

In Europa haben Depressionen und Angstzustände seit Beginn der Corona-bedingten Sperren zugenommen. Wo frisch gebackene Mütter bereits vorher einem Risiko für postpartale Depressionen ausgesetzt waren, sind sie nun noch anfälliger dafür als zuvor.

Werdende Mütter haben ihre Befürchtungen hinsichtlich einer Reihe möglicher belastender Szenarien geäußert: Entbindung ohne Hilfsperson; ein asymptomatischer Träger des Virus zu sein und sich daher einer möglichen Trennung von ihrem Neugeborenen zu stellen; Die fehlende Unterstützung und Hilfe von Freunden und Familie während der postpartalen Periode. Hinzu kommt auch die Trauer über den Verlust einer ganz besonderen Zeit, die viele gern mit geliebten Menschen gefeiert hätten.

Schwangere und Mütter müssen sich außerdem auch mit der ständigen Panik auseinandersetzen, dass es oftmals keine spezifischen medizinischen Richtlinien gibt. Viele Entscheidungen werden so derzeit immer schwieriger. Zum Beispiel: Was soll ich tun, wenn ich neben dem Neugeborenen noch andere Kinder zu Hause habe und die einzige Person, die mir helfen kann, ist ein Großelternteil, der einem hohen Risiko ausgesetzt ist? Welche Vorsichtsmaßnahmen sollte ich treffen, wenn mein Partner im Gesundheitswesen arbeitet? Ist es in Ordnung, das ältere Geschwisterkind zurück in die Kindertagesstätte zu schicken? Ohne klare richtige Antworten ist die mentale Belastung dieser Entscheidungen derzeit überdimensional hoch bei Müttern.

Diese Bedenken sind mehr als nur theoretisch. Frühe Forschungsergebnisse aus der Universität von Calgary, die eine Studie zur Schwangerschaft während der Pandemie vorlegte, zeigen, dass schwangere Frauen dieses Jahr ein höheres Maß an Depressionen und Angstzuständen hatten als sonst. Letzten Endes wird nur die Zeit zeigen, wie stark die Coronavirus-Pandemie Mütter wirklich beeinflusst hat. Es zeichnet sich jedoch schon jetzt ein sehr wahrscheinlicher Anstieg der postpartalen Depression unter jungen Müttern ab.

Frauen, denen nach der Geburt eines Kindes die soziale Unterstützung fehlt, entwickeln häufiger eine postpartale Depression. Unterstützende Beziehungen während der Schwangerschaft können also vor postpartalen Depressionen schützen. Während bisher noch zu früh ist, zu sagen, welche Bevölkerungsgruppe von Menschen von Covid-19 am stärksten betroffen ist, kann man mit einiger Sicherheit bereits jetzt sagen, dass die Risikofaktoren für perinatale Stimmungs- und Angststörungen durch Corona zunimmt und weiter zunehmen wird. Gerade Frauen, die eine Vorgeschichte von Angstzuständen oder Depressionen aufweisen, werden von den negativen Auswirkungen der sozialen Isolation stärker betroffen sein.

Wie du mit postpartalen Depressionen umgehen kannst

Die Zeit nach der Geburt kann von unzähligen verschiedenen Emotionen bestimmt werden. Auch der Baby-Blues und Stress bei jungen Müttern sind völlig normale Erscheinungen. Du kannst – und wirst – in dieser Phase eine ganze Reihe von intensiven Gefühlen und Emotionen fühlen. Von Freude über Angst bis hin zu Traurigkeit. Wenn jedoch deine Traurigkeitsgefühle überhand nehmen und so schwerwiegend werden, dass sie deinen Alltag beeinträchtigen, dann kann es sein, dass du an einer postpartalen Depression (PPD) leidest. Wenn deine Stimmungsschwankungen, häufiges Weinen und Gefühle von Selbstzweifeln und Entfremdung so schlimm werden, dass du kaum noch für dein Baby sorgen kannst, dann solltest du dir allerspätestens Hilfe zu suchen.

Auf der ganzen Welt kämpfen Menschen mit psychischer Gesundheit, bzw. Ungesundheit. Dies wurde durch die COVID-19-Pandemie noch verstärkt. Viele Menschen, die bereits vorher gefährdet waren, wie z. B. Menschen mit einer Vorgeschichte von psychischen Problemen, erleben derzeit, dass ihre Angst- und/oder depressiven Zustände zurückkommen bzw. ausbrechen. Fast über Nacht haben sich fast all unsere Routinen auf den Kopf gestellt. Die Unsicherheiten der Situation und die vielen neuen Vorschriften, das vermehrte zu Hause Bleiben und andere Herausforderungen von Corona stellen uns alle auf eine harte Probe. Menschen sind von Natur aus sozial geprägt und soziale Wesen. Daher leiden wir psychisch sehr darunter, wenn der regelmäßige, soziale Kontakt plötzlich fehlt.

Schwangere und frisch gebackene Mütter haben es in dieser Zeit besonders schwer. Der Übergang in die Mutterschaft ist eine sensible und gar verletzliche Phase im Leben einer Frau. Untersuchungen haben ergeben, dass Frauen während der Schwangerschaft, aufgrund der neuen Herausforderungen, einem höheren Risiko für Angstzustände oder Depressionen ausgesetzt sind, als zu jedem anderen Zeitpunkt in ihrem Leben. Dies in Verbindung mit einer globalen Pandemie macht die Risiken für junge Mütter deutlich.

Trotz dieser Risiken und Herausforderungen gibt es einiges, was Frauen mit postpartaler Depression tun können, um ihren Zustand zu verbessern. Auch während der Corona-Pandemie. Hier sind einige Tipps, wie du deine geistige Gesundheit pflegen kannst.

Hilfe bekommen

Der erste und wichtigste Schritt für frisch gebackene Mamas, die glauben an postpartaler Depression zu leiden, ist sich an medizinisches Fachpersonal zu wenden. Rufe am besten einfach deine Arztpraxis an und erkundige dich dort nach Angeboten und Möglichkeiten für Frauen in der postpartalen Phase. Wenn der Arzt deines Vertrauens derzeit keine Sprechstunde anbietet, gibt es vermutlich Alternativen, wie z.B. eine virtuelle Beratung. Solltest du Medikamente benötigen, können die Rezepte hierfür einfach per Post verschickt werden. Auch Gesprächstherapie und Gruppentreffen finden während der Pandemie meist online statt, können jedoch genauso wie auch sonst genutzt werden. Nur eben von Zuhause aus.

Neben professioneller Hilfe gibt es noch eine ganze Reihe anderer Dinge, die junge Mütter tun können, um die Symptome einer postpartalen Depression zu lindern. Wenn du dich einsam und nicht unterstützt fühlst, wende dich telefonisch oder über Zoom an Freunde und Familie. Diese sind möglicherweise derzeit nicht in der Lage, zum Babysitten zu kommen, aber sie können dir trotzdem helfen, indem sie einkaufen gehen, hausgemachte Mahlzeiten zubereiten und ein offenes Ohr für dich und deine Sorgen haben. Es ist zwar nicht ideal, deinen Eltern ihr Enkelkind per Zoom oder Skype vorzustellen, es ist aber definitiv eine Option. Und nicht die schlechteste, wenn man bedenkt, dass so das Risiko einer Ansteckung vermindert werden kann. Einige Familien lernen die neugeborenen Familienmitglieder derzeit sogar einfach durch ein Fenster kennen.

Selbstpflege

Obwohl du möglicherweise das Bedürfnis hast, dich ständig über Corona zu informieren und stets auf dem neuesten Stand zu bleiben, kann es während der Schwangerschaft und nach der Entbindung eine gute Idee sein, die Medienaufnahme etwas herunter zu schrauben nur auf vertrauenswürdigste Quellen zu beschränken. Wenn du nämlich zu viel Zeit mit Sensationsnachrichten verbringst, kann dies deinen Stress erhöhen – und das lohnt sich einfach nicht.

Versuche, jeden Tag ein wenig frische Luft und Sonnenschein zu bekommen. Auch wenn Rausgehen jetzt nicht mehr dasselbe ist, wie früher. Wenn du einen Garten oder einen nahen gelegenen Park in der Nähe hast, der nicht so bevölkert ist, nutze diesen. Andernfalls kann das bloße Öffnen von Fenstern oder das gelegentliche um den Block gehen schon Wunder für deine Stimmung bewirken. Naturverbundenheit beruhigt und lässt dich durchatmen, was wiederrum weiter beruhigt und Stress und Angstzustände bekämpfen kann.

Regelmäßige Bewegung kann dein Selbstwertgefühl steigern. Sie hilft dir auch dabei, dich zu konzentrieren, besser zu schlafen und trägt allgemein zu einem besseren Wohlbefinden bei. Sport hält das Gehirn und deine anderen lebenswichtigen Organe gesund und trägt somit auch wesentlich zu der Verbesserung deiner geistigen Gesundheit bei. Die postpartale Phase ist übrigens eine großartige Zeit, um Meditations- und Heimübungsprogramme auszuprobieren. Diese sind über verschiedene Apps und YouTube-Kanäle gerade jetzt sehr leicht zugänglich. Du kannst hier auch speziell nach Workouts suchen, die auf Mütter nach der Entbindung zugeschnitten sind. Diese berücksichtigen z.B. deine besonderen körperlichen Bedürfnisse nach der Geburt und sind darauf ausgelegt, extra viele Endorphine beim Training zu sammeln.

Obwohl es mit einem neuen Baby immer recht schwierig ist, genügend Schlaf zu bekommen, ist gerade dieses für eine neue Mutter sehr wichtig. Versuche daher, so viel Schlaf wie möglich zu bekommen, und mache ruhig auch mal tagsüber ein Nickerchen. Das ist nicht nur durchaus akzeptabel, es ist sogar notwendig, damit sich dein Körper wieder ausreichend erholen kann. Im Allgemeinen ist es für die Aufrechterhaltung einer guten psychischen Gesundheit entscheidend, auch physisch gesund zu bleiben. Dies kannst du z.B. unterstützen, indem du gute, nahrhafte Lebensmittel zu dir nimmst und ausreichend Wasser trinkst. Wir wissen, es ist in dieser Zeit schwer, sich auf irgendetwas anderes, als dein Baby zu konzentrieren. Selbst auf dich selbst. Du solltest dennoch die Kraft einer heißen Dusche nicht unterschätzen. Ein gelegentliches entspannendes Bad oder eine Wellnessstunde mit Gesichtsmaske und Co kann nämlich wahre Wunder für das eigene Wohlbefinden bewirken. Und dieses wirst du brauchen, um dich dann wieder mit neuer Energie um dein Kleines zu kümmern.

Letztendlich ist es am wichtigsten, sich die Hilfe zu holen, die man braucht. Denn diese ist immer in der Nähe. Du musst nur danach fragen.

 

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