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Was verursacht meine Schmerzen? Den Relaxinspiegel während der Schwangerschaft verstehen

Bis zu einem gewissen Grad sind Beschwerden und Schmerzen während der Schwangerschaft normal und sogar zu erwarten. Wenn du dich jedoch besonders wund und schmerzempfindlich fühlst und sogar Symptome wie Sodbrennen zeigst, ist möglicherweise ein ganz bestimmtes Hormon an diesen Beschwerden schuld. Das sogenannte Relaxin spielt zwar eine wichtige Rolle bei der Geburt deines Kindes, kann aber gleichzeitig auch einige unangenehme Nebenwirkungen während und nach der Schwangerschaft mit sich bringen. Zum Glück gibt es einige Dinge, die du tun kannst, um die Auswirkungen von Relaxin auf deinen Körper zu mildern. In diesem Artikel erfährst du alles über das Hormon Relaxin, wie es deinen Körper genau beeinflusst und was du tun kannst, um die negativen Auswirkungen auf diesen möglichst gering zu halten.

Was ist Relaxin?

Relaxin ist ein Hormon, das von den Eierstöcken und der Plazenta produziert wird und das wichtige Auswirkungen auf das weibliche Fortpflanzungssystem und die Schwangerschaft hat. Auch Männer haben Relaxin in ihrem Körper. Es wird von der Prostata produziert und ist in der Samenflüssigkeit enthalten, aber selten im Blutkreislauf.

Bei Frauen steigt der Relaxinspiegel im Blutkreislauf nach dem Eisprung, in der zweiten Hälfte des Menstruationszyklus. Man nimmt an, dass es in dieser Phase die Gebärmutterwand entspannt, indem es die Kontraktionen hemmt und die Gebärmutterschleimhaut auf eine Schwangerschaft vorbereitet. Wenn keine Schwangerschaft eintritt, sinkt der Relaxinspiegel wieder.

Wie du sicher weißt, spielen die Hormone in der Schwangerschaft eine große Rolle. Vor allem drei steigen in der Schwangerschaft stark an: Östrogen, Progesteron und Relaxin. Während die ersten beiden Schwangerschaftshormone ziemlich bekannt sind, wird über Relaxin nicht so viel gesprochen. Das ist schade, denn es wirkt sich ähnlich stark auf deinen Körper aus wie die beiden anderen.

Wie Östrogen und Progesteron ist auch Relaxin ein Hormon, das bereits vor der Schwangerschaft im Körper vorhanden ist, wenn auch auf einem sehr niedrigen, fast nicht nachweisbaren Niveau. Wenn du schwanger wirst, schießt dein Relaxinspiegel in die Höhe. In der Frühschwangerschaft ist er am höchsten und erreicht seinen Höhepunkt gegen Ende des ersten Trimesters. Danach sinkt der Relaxinspiegel und bleibt für den Rest der Schwangerschaft auf einem niedrigen Niveau, mit Ausnahme eines Anstiegs während der Geburt. In Vorbereitung auf die Geburt entspannt es die Bänder im Becken und macht den Gebärmutterhals weicher und breiter.

Manche Frauen bemerken die Wirkungen des Relaxins schon sehr früh in der Schwangerschaft, bei anderen wiederum kann es sein, dass die Relaxin-Menge nicht ausreicht. Beides kann ziemlich unangenehm sein, wobei die richtige Menge meist in der Mitte liegt.

Das bewirkt Relaxin

Was genau ist nun eigentlich die Funktion dieses Hormons? Zum Glück kannst du dir das leicht merken, denn der Hauptzweck des Hormons steckt schon im Namen: Relaxin ist dafür verantwortlich, deine Muskeln und Bänder zu entspannen, um Platz für das Wachstum deines Babys zu schaffen und es deinem Körper zu erleichtern, sich für die Geburt ausreichend auszudehnen. Das ist aber nicht die einzige Funktion, die Relaxin im Fortpflanzungssystem der Frau hat. Das Hormon ist für die folgenden Aufgaben verantwortlich:

- Es fördert die Einnistung des Fötus in der Gebärmutter

- Begünstigt das Wachstum der Plazenta

- Stoppt die Wehen, um eine Frühgeburt zu verhindern

- Entspannt die intrauterinen Bänder, damit sich die Gebärmutter ausdehnen kann, um die wachsende Plazenta und den Fötus aufzunehmen

- Erhöht die Elastizität und entspannt die Bauch- und Beckenbodenmuskulatur

- Entspannt die Arterien, damit das Blutvolumen um 30-50% ansteigt und der Blutdruck nicht in die Höhe schnellt

- Es kann eine Rolle bei der Einleitung der Wehen spielen

Relaxin während der Schwangerschaft

Du merkst also, dass Relaxin eine wichtige Rolle beim reibungslosen Ablauf deiner Schwangerschaft und Geburt spielt. Allerdings kann es auch Probleme und Schmerzen verursachen. Denn weichere Bänder und flexiblere Gelenke sind nicht nur beim Yoga von Vorteil. Sie können auch folgende Probleme verursachen:

- Überdehnungen, Zerrungen und Verstauchungen
- Kontrollverlust über die Blase als Folge eines entspannten Beckenbodens
- Geschwächte Beckenstabilität, die sich auf die Körperhaltung auswirken kann
- Sodbrennen, verursacht durch entspanntes Bauch- und Verdauungsgewebe

Am häufigsten sind Schmerzen im Beckengürtel, die durch eine Instabilität der Beckengelenke verursacht werden und unter denen 45% der Frauen während der Schwangerschaft leiden. Zu den Symptomen von Beckengürtelschmerzen gehören:

- Schmerzen in der Leiste, im Schambereich, im Gesäß, im unteren Rücken oder auf der Rückseite der Oberschenkel
- Einseitiger oder beidseitiger Schmerz
- Beckengelenke, die knacken oder blockieren
- Schmerzen, die sich durch Aktivitäten wie Gehen, Stehen auf einem Bein, Treppensteigen, Ein- und Aussteigen in ein

Erfahre mehr: Schwangerschaftshormone: "Warum kann ich mich nicht zusammenreißen?"

Relaxin kann auch eine Rolle bei Schmerzen in den runden Gebärmutterbändern spielen. Diese Bänder sind ein Paar seilartige Strukturen im Becken, die die Gebärmutter stützen, indem sie die Vorderseite der Gebärmutter mit der Leiste verbinden. Ebenso wie viele andere Strukturen werden auch diese Bänder während der Schwangerschaft weicher und dehnen sich aus. Das kann sehr schmerzhaft sein, vor allem bei schnellen, sich wiederholenden Bewegungen, intensiver Aktivität und beim Umdrehen im Bett. Die meisten Schmerzen in der Schwangerschaft treten auf der rechten Körperseite auf, sie können aber auch links auftreten.

Relaxin während des Wochenbetts

Auch wenn der Relaxinspiegel nach der Geburt deutlich sinkt, bleibt er noch einige Monate lang erhöht (verschiedene Quellen schätzen, dass es zwischen fünf und zwölf Monaten dauert, bis sich der Relaxinspiegel wieder normalisiert). Dies kann sich weiterhin auf deinen Körper auswirken. So kann Relaxin (und die Gewichtszunahme) zum Beispiel dafür verantwortlich sein, dass deine Füße um bis zu einer vollen Schuhgröße wachsen und deine Fußgewölbe flacher werden.

Darüber hinaus bewirkt Relaxin, dass deine Gelenke und Bänder auch nach der Schwangerschaft besonders flexibel und locker bleiben. Das bedeutet, dass du anfälliger für Verletzungen bist, da sich dein Bewegungsapparat in einem weniger stabilen Zustand befindet. Deshalb solltest du nach der Geburt besonders vorsichtig beim Sport sein. Auch wenn du dich für Aktivitäten wie Yoga oder Pilates als sanftes Training nach der Schwangerschaft interessierst, solltest du darauf achten, dass du dich nicht überdehnst.

Nach der Geburt deines Kindes kann es sein, dass du unter einer Rektusdiastase (dem Auseinanderweichen der Bauchmuskeln) leidest. Relaxin, das deine Rumpfmuskeln lockert und schwächt, bleibt nach der Schwangerschaft noch eine Weile im Körper. Das führt zu einem sog. "Mumienbauch", der den unteren Rücken und deine Wirbelsäule weiter schädigen kann. Auch wenn dein Körper einen Teil dieser Rektusdiastase von selbst wieder behebt, solltest du darauf achten und Übungen zur Stärkung des Rumpfes machen, um langfristige Komplikationen zu vermeiden.

Erfahre mehr: Rektusdiastase - Symptome und Behandlung

Relaxin während des Stillens

Einige Quellen berichten, dass der Relaxinspiegel im Körper nach der Geburt erhöht bleibt, solange die Frau stillt und sogar noch mehrere Monate danach. Es wird auch vermutet, dass das Hormon einen Einfluss auf das Wachstum des milchproduzierenden Brustgewebes haben könnte. Und tatsächlich ist Relaxin in der Muttermilch enthalten. Wenn du stillst, kann es sein, dass die gelenklockernde Wirkung von Relaxin länger anhält, als wenn du nicht stillen würdest. Deshalb wird stillenden Müttern geraten, mit dem Sport nach der Geburt besonders vorsichtig zu sein, bis sie nicht mehr stillen.

Durch Relaxin verursachte Schmerzen bewältigen

Wenn du während der Schwangerschaft unter Becken-, Leisten-, Gelenk- oder Bänderschmerzen leidest, kann das ein ernstes Problem sein, das deine Schwangerschaft sehr unangenehm macht. Hier sind einige Tipps, wie du die schmerzhaften Auswirkungen von Relaxin in den Griff bekommst.

Achte auf deine Körperhaltung, denn Relaxin kann Haltungsschäden verursachen. Versuche, mit hoch erhobenem Kopf zu stehen, die Schultern zurückzunehmen und Wirbelsäule und Becken in einer neutralen Position zu halten, wobei dein Rumpf dafür Sorgt, dass die Wirbelsäule vom Kopf bis zum Steiß gerade bleibt.
Treibe regelmäßig Sport. Wenn deine Sehnen und Bänder zu locker und deine Muskeln zu schwach sind, kann dies zu einem Ungleichgewicht führen, das Schmerzen noch verstärkt.
Um Sodbrennen zu vermeiden, solltest du möglichst kleinere Mahlzeiten zu dir nehmen und dein Essen langsam kauen. Nach größeren Mahlzeiten kannst du die Verdauung anregen, indem du einen Spaziergang machst.
Wenn du unter Sodbrennen leidest, kann Ingwer eine unglaublich beruhigende natürliche Lösung sein, bevor du Medikamente nimmst.

Wenn deine Beckenschmerzen besonders stark sind, könnte Physiotherapie dir helfen. Dort bekommst du Schwangerschaftstherapien wie Weichteilmassagen, Wärme- oder Kältetherapie, Taping des Beckengelenks und Beckenstabilitätsstützen oder Krücken. Vielleicht gibt man dir dort auch Empfehlungen für spezielle Kräftigungsübungen und Tipps für eine Anpassung deines Lebensstils, damit du belastende Aktivitäten vermeiden und deine Beckenbodenmuskulatur besser stärken kannst. Wenn du eine Physiotherapie oder eine andere Therapie zur Schmerzlinderung in Betracht ziehst, stelle sicher, dass du dich an eine Einrichtung wendest, die speziell für die Betreuung von Müttern ausgebildet ist.

Kräftigungsübungen, um die Wirkung von Relaxin zu reduzieren

Sport ist eines der besten Dinge, die du tun kannst, um die unangenehmen Auswirkungen von Relaxin während und nach der Schwangerschaft zu reduzieren. Sport während der Schwangerschaft und Fitness nach der Geburt sind nicht nur gut für dich, sondern generell sehr empfehlenswert, damit dein Körper die enormen körperlichen Veränderungen während der Schwangerschaft gut übersteht und sich davon erholt.

Dennoch sollten schwangere Frauen vorsichtig und mit Bedacht trainieren, um das Risiko von Muskel- und Gelenkverletzungen zu verringern. Durch das Relaxin können starke Belastungen und hohe Intensitäten zu Verstauchungen und Zerrungen sowie zu Schäden am Beckenboden führen. Wenn du schwere Gewichte hebst oder mit einer schlechten Technik trainierst, besteht die Gefahr, dass du dir den Rücken zerrst oder einen Bandscheibenvorfall bekommst.

Erfahre mehr: Die Vorteile von Sport in der Schwangerschaft

Aus diesem Grund ist es ratsam, sich beim Training in der Schwangerschaft an Basisübungen zu halten - es sei denn, du arbeitest mit einem Sportprofi zusammen oder hattest bereits vor der Schwangerschaft eine regelmäßige Trainingsroutine. Zu den besten Workouts für Schwangere gehören Gehen, sanftes Dehnen und leichte Aerobic-Übungen. Vor allem im dritten Trimester, wenn dein Schwerpunkt und dein Gleichgewichtssinn sich am stärksten verändert haben, solltest du besonders auf Balance achten und dich idealerweise in der Nähe einer Wand oder eines Geländers aufhalten, um dich ggf. abzustützen. Vermeide es auch, auf einem Bein zu stehen oder andere Übungen zu machen, die dein Gleichgewicht herausfordern.

Einige der besten Übungen für Schwangere sind Rumpf- und Beckenbodentraining sowie Stabilisierungsübungen, die der lockernden Wirkung von Relaxin entgegenwirken. Zu den unbedenklichen Übungen für Schwangere gehören Beckenbodentraining, Hüftdrehungen, Bear-Holds, Beckenkippen, Kegel, Katzen-/Kuh-Dehnungen und Bird Dogs.

Weitere Informationen findest du in unserem Übungsleitfaden.

Für zusätzliche Unterstützung nach der Geburt kann es hilfreich sein, ein postnatales Bauchband zu verwenden, das Hüfte, Rücken und die Bauchmuskeln stützt, während sich dein Körper in den Wochen und Monaten nach der Geburt erholt. Es wird dich auch daran erinnern, deinen Rumpf bei Bewegungen anzuspannen und zu aktivieren, um unnötigen, unverhältnismäßigen Druck auf den empfindlichen Beckenboden zu vermeiden und eine korrekte, gesunde Haltung beizubehalten.

Unser Core Restore Postnatales Stützband lindert deine Rückenschmerzen und stützt dich, solange das Relaxin nach der Schwangerschaft noch in deinem Körper ist. Indem es deine lockeren, instabilen Gelenke, Bänder und Muskeln stabilisiert, hilft dir das Core Restore Band, dich zu erholen und langfristige Probleme zu vermeiden. Es hilft dir dabei, deine Kräfte wiederzuerlangen, während dein Körper langsam zum Relaxinspiegel von vor der Schwangerschaft zurückkehrt.
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Schlussbemerkung

Im Körper der Frau finden während der Schwangerschaft große Veränderungen statt. Du bist dir vielleicht über die Auswirkungen deines Östrogen- und Progesteronanstiegs im Klaren, aber nicht alle Frauen sind ausreichend darüber informiert, wie Relaxin den Körper in der Frühschwangerschaft und darüber hinaus bis ins Wochenbett und die Stillzeit verändert.

Dieses Hormon, über das nicht so oft gesprochen wird, ist von entscheidender Bedeutung dafür, dass dein Körper dein Baby aufnehmen und zur Welt bringen kann. Mit Sport, einer guten Körperhaltung und einem Stützband, das deinen Rumpf stärkt, kannst du die weniger angenehmen Auswirkungen von Relaxin abmildern.

In der Schwangerschaft hat Relaxin - wie so viele Dinge - sowohl gute als auch weniger gute Aspekte. Es kann dazu führen, dass sich dein Körper etwas schlaffer anfühlt. Aber solange du weißt, was dich erwartet, z. B. welche belastenden Bewegungen du vermeiden oder vorsichtiger ausführen solltest, und welche Übungen, Hilfsmittel und Produkte dir helfen können, deine Schmerzen zu lindern und dein Becken und deinen Rumpf zu stabilisieren, solltest du eine gesunde, angenehme Schwangerschaft erleben können.

Wenn du Fragen zu den Hormonen und den körperlichen Veränderungen während und nach der Schwangerschaft hast, steht dir unser Lola&Lykke-Expertinnen-Service kostenlos zur Verfügung und bietet dir evidenzbasierte Beratung
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