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‘Werde Ich Spüren, Wie Sie Mich Aufschneiden?’ - Zwei Mütter, Ein Notkaiserschnitt und Ein Happy End

Heute dürfen wir dir die Geschichte von Leah erzählen, die vor kurzem ihr erstes Kind durch künstliche Befruchtung mit ihrer Partnerin Kerry bekommen hat! Sie ist bereits seit einiger Zeit Fan unserer kabellosen elektrischen Milchpumpe. Und als sie unsere Infos zum Kaiserschnittmonat las, wollte sie ihre eigene Erlebnisse mit uns teilen. Sie berichtet von ihrer traumatischen Geburt und ihren Erfahrungen als Familie mit zwei Müttern.

Leah two mum family birth story

Herzlichen Glückwunsch zu eurem kleinen Jungen, wie aufregend! Ihr seid sicher voller Liebe (und Kuscheleinheiten!) Wie waren die ersten Wochen für euch drei?

Vielen Dank! Es war bislang eine unglaubliche Reise und wir sind Hals über Kopf in unseren kleinen Mann verliebt. Wir wollten schon seit Beginn unserer Beziehung Eltern werden, und nun hat unser Sohn unsere Welt vervollständigt. Er hat schon jetzt einen eigenen Charakter und lässt unsere Herzen mit seinem wunderbaren Lächeln schmelzen.
An die ersten Wochen mit ihm zu Hause kann mich kaum erinnern, denn der Schlafmangel ist real! Kerry nahm sich zwei Wochen frei, damit wir uns als dreiköpfige Familie zurechtfinden konnten. Am Anfang brauchte ich ihre Unterstützung sehr, weil ich mich noch von der Operation erholte. Sie half mir beim Windelwechseln und Füttern, sogar bei kleinen Dingen, die mir schwerfielen, z.B. ihn die Treppe hinauf zu tragen.

Leah IUI birth story

Wusstest du schon immer, dass du Mutter werden wolltest? Hattet ihr beide als gleichgeschlechtliche Eltern viele Probleme mit der Fruchtbarkeit? War der Prozess körperlich und emotional schwierig für euch?

Ich wollte schon immer Mutter werden. Ich habe mir schöne Babykleider angeschaut und mich gefragt, wie es wohl wäre, eines Tages ein eigenes Baby zu haben. Kerry wusste von Anfang an, dass ich Kinder wollte, und ein paar Jahre später waren wir verlobt. COVID hat uns dazu gebracht, unser Leben neu zu überdenken, und wir dachten: "Worauf warten wir noch?" Ende 2020 informierten wir uns über mögliche Fruchtbarkeitsbehandlungen und schauten uns Kliniken in der Nähe unseres Wohnortes an. Im Januar 2021 war es dann soweit: Wir wollten unsere Familie vergrößern. Es war eine neue Erfahrung für uns beide, aber wir haben viel Unterstützung bekommen.

Wir haben eine Fruchtbarkeitsklinik in unserer Nähe in Southampton gewählt. Es gibt viele Optionen für gleichgeschlechtliche Paare, aber wir wollten eine intrauterine Befruchtung (IUI), weil das für uns die beste Option war. Da mich der Gedanke an eine Schwangerschaft schon immer begeistert hatte, beschlossen wir, dass ich unser Baby austragen würde. Wir wählten einen Spender und das Abenteuer unserer Schwangerschaft hatte begonnen.

Man muss viele Voruntersuchungen und Scans machen. Daher war eine Klinik in der Nähe unseres Wohnorts wichtig, da man fast jeden zweiten Tag hin- und zurückfahren muss. Da wir während der Pandemie begonnen hatten, durfte Kerry zu vielen Terminen nicht ins Krankenhaus, was für uns beide emotional sehr schwierig war. Ich musste etwa zwei Wochen lang jeden Tag Hormonspritzen bekommen, damit meine Follikel die richtige Größe erreichten. Es gab dann drei Follikel mit der nötigen Größe für die Befruchtung und damit bestand die Möglichkeit, dass wir Drillinge bekommen!

Kerry durfte beim wichtigsten Termin, der Insemination, dabei sein. Dann begann die gefürchtete zweiwöchige Wartezeit! Wir versuchten, diese Zeit so gut wie möglich zu überbrücken, bis wir endlich den Test machen konnten: Wir waren schwanger! Es war überwältigend und wir platzten vor Freude, wir konnten nicht glauben, dass es geklappt hatte. Unser kleines Baby war in meinem Bauch und bereit, zu wachsen.

Wir dachten nicht, dass es sofort klappen würde, da uns gesagt wurde, dass eine erfolgreiche Befruchtung im Durchschnitt drei Durchgänge braucht. Aber wir waren überglücklich, dass es beim ersten Mal geklappt hat.

Leah IUI birth story

Du hast erwähnt, dass dein Kaiserschnitt traumatisch war - das tut mir sehr leid! Magst du erzählen, was passiert ist? Wie bist du damit fertig geworden, hast du es überhaupt geschafft? Hast du die nötige Unterstützung, Hilfe und Ressourcen bekommen, um mit dem Geburtstrauma umzugehen?

Zur Vorbereitung auf die Geburt unseres Babys hatten wir uns für einen Hypno-Birthing-Kurs angemeldet. Eine entspannte Atmosphäre mit beruhigender Musik und der Einsatz des Atems, um die Wellen und Empfindungen der Geburt zu kontrollieren, waren etwas, das ich mir schon immer gewünscht hatte. Unsere Lehrerin war hervorragend. Sie vermittelte uns all das nötige Wissen über die Geburt, die Atemtechniken, wie man die beste Atmosphäre für sich selbst schafft und welche Affirmationen man verwenden sollte. Es war sowohl für die Gebärende als auch für die Geburtspartner:in ein großartiger Kurs, der alle Paare einschloss.

Zum Ende meiner Schwangerschaft fühlte ich mich entspannt und bereit, unseren kleinen Wonneproppen kennenzulernen. Der Geburtstermin rückte näher, aber unser Sohn machte keine Anstalten, sich zu zeigen. Zehn Tage überfällig, wachte ich um 2 Uhr 30 mit Blutungen auf, was ziemlich beängstigend ist, wie du dir vorstellen kannst. Meine Partnerin rief im Krankenhaus an und wir wurden innerhalb von 30 Minuten auf die Untersuchungsstation gebracht. Ich zeigte Anzeichen von Präeklampsie, also entschied man sich, mich an den Hormontropf zu hängen, um die Wehen in Gang zu bringen. In Gedanken wünschte ich mir immer noch die ruhige Wassergeburt, die ich mir erhofft hatte. Aber unser Baby musste von Anfang an ständig überwacht werden, also war es das Beste, auf der Entbindungsstation und im Bett zu bleiben. Wir wurden an den Herz- und Bewegungsmonitor angeschlossen, um ein Auge auf den Kleinen zu haben.

Meine Hoffnungen auf eine entspannte Geburt schwanden schnell. Unser Baby war ein „Sterngucker", so dass ich sehr starke Schmerzen verspürte. Ich nutzte zwölf Stunden lang die Hypnobirthing-Atmung und mein Geburts-TENS-Gerät. Nach dieser Zeit konnte ich die Schmerzen nicht mehr ertragen und entschied mich für ein stärkeres Schmerzmittel: Remifentanil. Das linderte die Schmerzen zwar sofort, ich musste mich aber übergeben und brauchte Sauerstoff, weil man das Atmen vergisst!

Nach 22 Stunden Wehen war ich erschöpft, ich hatte keine Energie mehr und hatte gerade einmal 9 cm erreicht. Ich wollte, dass unser Baby endlich kommt!

Um 23 Uhr 20 bekam ich eine Epiduralanästhesie. Nach fünf Minuten kam der Arzt ins Zimmer und sagte, dass die Herzfrequenz des Babys gesunken war und es Probleme hatte, so dass ein Notkaiserschnitt das Beste wäre. Darauf war ich nicht vorbereitet, denn ich hatte mich nur auf das Hypnobirthing und eine vaginale Geburt konzentriert. Ein Kaiserschnitt war mir nicht einmal in den Sinn gekommen, weil ich keinen wollte.

Ich weiß noch, dass ich den Anästhesisten fragte: "Werde ich spüren, wie sie mich aufschneiden?", und er antwortete: "Nein, denn sie haben schon angefangen." Der Lärm im Operationssaal, die umher eilenden Ärzte und Hebammen, mein Blut auf dem Boden und der Gedanke, dass mein Bauch aufgeschnitten wird, machten mich krank. Ich reagierte schlecht auf die Medikamente und verlor mehr Blut als ich sollte. Zu Beginn der Schwangerschaft schrieben meine Partnerin und ich die voraussichtlichen Geburtstermine auf. Ich hatte den 6. Februar aufgeschrieben und war am 6. Februar um 23:30 Uhr in den OP gekommen. Also sagte ich dem Arzt, dass sie 30 Minuten Zeit hätten, um ihn herauszuholen, dann hätte ich richtig geraten. Unser kleiner Junge wurde am 6. Februar um 23:58 Uhr geboren.

Nach dem Kaiserschnitt war ich ein bisschen deprimiert, weil ich mich fragte, was die Leute wohl vom Kaiserschnitt halten würden. Ich war besorgt, dass sie mich dafür verurteilen würden, dass ich unser Baby nicht wirklich "geboren" habe. Ich fühlte mich, als hätte ich versagt, weil ich nicht in der Lage war, ihn aus eigener Kraft zu gebären. Aber wenn ich jetzt zurückblicke und mich auf Baby Nummer zwei freue, würde ich auf jeden Fall für alle Möglichkeiten offen sein. Denn das Wichtigste ist, dass Mutter und Baby am Ende glücklich und gesund sind. Ich bin stolz, dass ich die Wehen durchgestanden und mich von der großen Operation erholt habe. Sobald ich in das Gesicht meines kleinen Sohnes schaue, sind alle Schmerzen und Strapazen vergessen - er bringt meine Welt zum Leuchten.

Leah C-section birth story

Welchen Ratschlag würdest du frischgebackenen Müttern zum Thema Kaiserschnitt geben? Gibt es etwas, das du gern vorher gewusst oder vorbereitet hättest?

Der einzige Rat an Erstgebärende wäre, der Hebamme Fragen zu stellen oder sich über Kaiserschnitte zu informieren. Ich wünschte, ich hätte mehr darüber gewusst, was mich beim Eingriff erwartet und wie die Genesung verläuft. Ich wusste zwar in etwa, worum es geht, aber ich wusste nicht, durch wie viele Schichten sie schneiden, was mich direkt nach dem Eingriff erwartet und wie lange es dauert, bis ich mich vollständig erholt habe. Ein Kaiserschnitt ist eine große Operation und das wurde mir erst nach dem Eingriff bewusst. Die Operation ist jetzt neun Wochen her und ich habe gerade erst angefangen, meinen Bauch an der Narbe wieder zu spüren. Meine Ärztin hat mir endlich erlaubt, wieder Sport zu treiben, und ich habe mir ein Laufband gekauft, um meine mentale und körperliche Gesundheit zu verbessern.

Habt ihr als gleichgeschlechtliches Paar genug Informationen und Unterstützung von Freunden, Familie, Gesellschaft und Klinik erhalten? Was hätte besser sein können?

Wir wurden genau so behandelt wie ein heterosexuelles Paar und fühlten uns bei den meisten Terminen und Scans wohl. Die Hebammen und Ärzt:innen, die wir getroffen haben, waren sehr nett und haben ihre Sprache immer an unsere Beziehung angepasst. Unsere Hebamme war besonders toll. Wir sind mitten in der Schwangerschaft umgezogen und haben uns entschieden, bei ihr zu bleiben, obwohl wir jetzt in einem anderen Landkreis wohnen.

Die Krankenhäuser und Arztpraxen müssen ihre Formulare verbessern. In 99% der Fälle enthalten die Formulare Formulierungen wie "Mama & Papa", während es besser wäre, dies in "Elternteil 1 & Elternteil 2" zu ändern, um ein inklusiveres Umfeld zu schaffen. Auch bei den Bezeichnungen „Mr.", "Mrs.", "Miss" usw. auf den Anmeldeformularen könnte unserer Meinung nach der nicht-binäre Begriff "Mx" hinzugefügt werden, der meistens fehlt. 

Du hast unsere kabellose elektrische Milchpumpe ausprobiert, wie hat sie dir bisher gefallen? Wie waren deine Erfahrungen beim Stillen? Haben deine Partnerin, Hebamme und andere dich beim Stillen ausreichend unterstützt? Wolltest du stillen und hat deine Partnerin dir dabei helfen können?

Als ich schwanger wurde, war ich bereit, das Stillen auszuprobieren. Meine Mutter mochte es nicht, also war ich immer der Meinung, wenn es klappt, dann klappt es, und wenn nicht, dann wäre es auch ok für mich. Als unser kleiner Junge geboren wurde, halfen die Hebammen mir beim Anlegen. Aber es war offensichtlich, dass er überhaupt nicht an die Brust wollte. Ich versuchte es zwei Tage im Krankenhaus, aber auch da wollte er nicht. Bei der Untersuchung stellte man dann fest, dass sein Zungenbändchen ziemlich kurz war, und mir wurde gesagt, dass er deshalb nicht andocken würde.

Ich wollte aber unbedingt, dass er die Nährstoffe aus der Muttermilch erhält, also habe ich die Pumpe benutzt und ihm die Muttermilch mit der Flasche gegeben. Das war die beste Lösung für uns, denn so konnte meine Partnerin bei den nächtlichen Fütterungen helfen und ich konnte etwas mehr schlafen, um mich vom Kaiserschnitt zu erholen. Die elektrische Milchpumpe war fabelhaft, sie war leise und praktisch, weil sie kabellos ist. Ich habe die Beutel benutzt und konnte direkt in sie pumpen und die Milch sofort im Kühlschrank aufbewahren.

Hast du Ratschläge, Tipps oder Anregungen, die du anderen gleichgeschlechtlichen Eltern mit auf den Weg geben möchtest?

Genießt einfach jede Minute. Es ist nicht einfach, aber ein Baby als gleichgeschlechtliches Paar zu bekommen, ist sogar noch magischer, als ich es mir je hätte vorstellen können. Unser Baby wird von unserer ganzen Familie und unseren Freunden über alles geliebt.

Danke, Leah, dass du deine Geschichte mit uns teilst. Wir würden gern von all unseren Müttern über ihre Erfahrungen hören, auch DEINE! Reiche deine Geschichte hier ein.

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