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Warum Wir Als Gesundheitsprofis Beim Schutz von Schwarzen Müttern UND Babys Versagen

Diese Woche ist die Black Maternal Health Week 2022. In dieser Woche geht es darum, das Augenmerk auf die Gesundheit Schwarzer Mütter zu lenken, Ungerechtigkeiten im globalen Gesundheitssektor aufzuzeigen und Menschen - ob Unternehmen, medizinisches Fachpersonal oder Mütter - aufzuzeigen, wie sie das Problem bekämpfen können.

Um die Realität Schwarzer Mütter zu verstehen, haben wir mit Djanifa da Conceicao gesprochen. Sie ist eine Schwarze Hebamme, die in den Niederlanden arbeitet, und eine der Expertinnen von Lola&Lykke. Sie sprach über den Mangel an Vielfalt, den sie in ihrer medizinischen Laufbahn erlebt hat, und darüber, dass sich das dringend ändern muss.

Lola&Lykke Expert

"Seit September 2015 arbeite ich als Hebamme in der Grundversorgung in Rotterdam, Niederlande. Unmittelbar nach meinem Abschluss habe ich als Hebamme in einer Praxis in einem sozialen Brennpunkt angefangen, in dem ich selbst während meiner Hebammenausbildung gewohnt habe.

"Heutzutage werden in der Gesellschaft viele große Tabus zur Diskussion gestellt. Große Bewegungen, wie Me Too und Black Lives Matter, haben enorm dazu beigetragen. Ein weiterer wichtiger Bereich der Sensibilisierung ist die zunehmende Erkenntnis, dass die Müttersterblichkeitsrate bei Frauen Schwarzer (afrikanischer) Abstammung höher ist.

"Eines der Tabus, das ich täglich erlebe, ist die Arbeit in einer ‚Weißen Welt'.

"Als ich mich 2011 für die Hebammenausbildung anmeldete, fiel mir auf, dass ich eine der wenigen dort anwesenden Schwarzen Frauen war.

"Aber vor allem bestand das Ausbildungsmaterial, mit dem ich lernte, aus Beschreibungen und Bildern von ausschließlich schwangeren weißen Menschen.

"Und an den Orten, an denen ich mein Praktikum absolvierte, sahen diese Bilder genauso aus wie in meiner Ausbildung: voller weißer Hebammen und Ärzte. Diese fehlende Vielfalt setzte sich in den Praxen und Krankenhäusern fort, in denen ich schließlich angestellt wurde.

"Hast du jemals ein Bild der Anatomie einer schwangeren Frau gegoogelt? Taucht dabei irgendwo ein Schwarzes Anatomiemodell auf? Spoiler-Alarm - wahrscheinlich nicht. Es gibt sie nur selten.

"Manche meinen vielleicht, es sei nicht wichtig, dass es repräsentative Bilder von Schwarzen Frauen gibt. Aber das ist in der Tat ein großes Problem, das zur unverhältnismäßig hohen Sterblichkeitsrate von Schwarzen Müttern und ihren Kindern beiträgt.

“Es ist eine Form des tief verankerten, institutionellen Rassismus, der in unserem Gesundheitssystem auf der grundlegendsten Ebene verwurzelt ist. Es ist eine Form von Rassismus, die nicht leicht zu erkennen ist, aber genau deshalb noch mehr schädliche Folgen hat.

"Jüngste Studien haben gezeigt, dass ein (weißer) Gesundheitsdienstleister eine einheimische Schwangere (mit weißer Hautfarbe) anders betreut als eine schwangere Frau anderer ethnischer Herkunft (Schwarz).

"Manche medizinischen Fachkräfte übersehen wichtige Gesundheitsanzeichen bei dunkelhäutigen Schwarzen Müttern, weil sie nicht wissen, wie sie nach Anomalien suchen oder sie erkennen können. Das liegt daran, dass die Lehrbücher und Richtlinien, mit denen wir lernen, keine Informationen enthalten, die für die Diagnose und Behandlung von Menschen mit dunklerer Hautfarbe wichtig sind.

"Wenn dieses Manko in der Ausbildung von medizinischen Fachkräften nicht behoben wird, werden Schwarze Mütter und Babys darunter leiden.

"Die Geburtshilfe muss ein Spiegelbild der Gesellschaft sein, dazu zählen auch die Bücher, mit denen wir lernen!"

Warum gibt es die Black Maternal Health Week?

Ein im Januar 2021 veröffentlichter Bericht zeigt, dass Schwarze Frauen in Großbritannien viermal häufiger in der Schwangerschaft oder bei der Geburt sterben. Außerdem ist es statistisch gesehen wahrscheinlicher als bei weißen Frauen, dass sie nach der Schwangerschaft langfristige, schwere gesundheitliche Probleme bekommen oder dass ihr Baby im Mutterleib oder kurz nach der Geburt stirbt.

Diese Tendenz zeigt sich auch in Amerika, wo Studien ergeben haben, dass Schwarze Frauen (unabhängig von Herkunft oder Einkommen) bis zu viermal häufiger an schwangerschaftsbedingten Ursachen sterben als weiße Frauen. Außerdem ist es deutlich wahrscheinlicher, dass sie aufgrund von vermeidbaren Schwangerschaftskomplikationen sterben.

Black Maternal Health Week

Die Black Maternal Health Week wird von der Black Mamas Matter Alliance mit dem Ziel organisiert, die erschreckende rassistische Ungleichheit in der Mütterbetreuung zu bekämpfen.

Es handelt sich um eine einwöchige Reihe mit Kampagnen, Aktivismus und gemeinschaftsbildenden Aktivitäten, um:

"Die Stimmen der Black Mamas zu stärken und die Werte und Traditionen der Bewegungen für reproduktive und Geburtsgerechtigkeit in den Mittelpunkt zu stellen. Die Aktivitäten während der BMHW sind in den Bereichen Menschenrechte, reproduktive Gerechtigkeit und Geburtsgerechtigkeit verwurzelt."

Die diesjährige Black Maternal Health Week wird vom 11. bis 17. April gefeiert.

In dieser Woche kannst du mehr über die Probleme erfahren, die sich auf das globale Gesundheitssystem auswirken, verstehen, was diese Ungleichheit verursacht und herausfinden, wie du helfen kannst.

Wie kannst du als Mutter, medizinische Fachkraft oder Unternehmen helfen?

Wenn du als Mutter deinen Teil dazu beitragen willst, dann rät dir Djanifa:

"Sieh dich an den Orten um, an denen du betreut wirst. Stellen die Bilder an der Wand, die Anatomiemodelle oder die Bücher nur weiße Menschen dar? Wenn dir das auffällt, lass es das Personal wissen! Vielleicht veränderst du seine Sichtweise darauf, wie inklusiv die Praxis oder das Krankenhaus ist.

"Um etwas zu bewirken, müssen wir alle das Thema Schwarze Müttergesundheit anerkennen und darüber sprechen."

 Als Marke oder Organisation kannst du die schwierige Arbeit von karitativen Organisationen und Institutionen unterstützen, die den Weg für Veränderungen ebnen. Dazu gehören die Black Mamas Matter Alliance, die National Partnership for Women & Families, Sista Midwife Productions und Birthrights. Auf diese Weise kannst du unglaublich weitreichende Auswirkungen erzielen.

The Positive Birth Company hat z. B. ein Anti-Rassismus-Manifest veröffentlicht, das bemerkenswert transparent und wirkungsvoll ist. Es beschreibt das 12-monatige Engagement des Unternehmens und die Arbeit, die es zur Finanzierung wichtiger Initiativen leistet.

Wir bei Lola&Lykke arbeiten mit Every Mother Counts zusammen und sind stolz, die Organisation zu unterstützen. Um Müttern jeglicher Herkunft zu helfen, haben wir einen kostenlosen und diskreten „Frag unsere Expertinnen"-Service eingerichtet, der allen Müttern sofortigen Zugang zu verständlichen, evidenzbasierten Informationen bietet. Durch sinnvolle Spenden und die Veröffentlichung von Informationen über deine gemeinnützige Arbeit kannst du dein Publikum sensibilisieren und eine Kultur der Unterstützung und des Verständnisses fördern.

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