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Die Experten von Lola&Lykke erklären: Was passiert mit Ihrem Bauch während der Schwangerschaft?

*Von Schwangerschaftsphysiotherapeutin Maria Jokela

Der Körper einer werdenden Mutter unterliegt ständigen Anpassungen, wobei die auffälligsten Veränderungen im Bauchbereich stattfinden. Die Körpermitte macht aufgrund der drastischen Schwankungen Ihrer Hormonaktivität und des ständig wachsenden Bauches erhebliche Umstellungen durch.

Wenn Ihr Bauch wächst, beginnt Ihr ganzer Körper, sich nach vorne zu verlagern. Dies führt dazu, dass sich auch Ihr Becken nach vorne neigt, während sich im unteren Rücken ein Hohlkreuz und die Krümmung des Steißbeins zunimmt. Da Ihr Bauch größer wird, müssen Sie sich an diese Verschiebung des Gleichgewichts anpassen: Um nicht vornüberzukippen, muss Ihr Körper einen Weg finden, Ihre Position zu korrigieren, damit das Gleichgewicht in der Körpermitte wiederhergestellt wird.

Im letzten Trimester der Schwangerschaft erleben alle werdenden Mamas eine mehr oder weniger starke Trennung der Bauchdecke. Die Ursache dafür ist ebenfalls Ihr wachsender Bauch; wenn Ihr Bauch an Größe zunimmt, dehnt sich die weiße Sehnennaht zwischen den geraden Bauchmuskeln, was dazu führt, dass sich diese Muskeln ebenfalls dehnen müssen und sich zu den Seiten verlagern.

Gleichzeitig dehnen sich auch die anderen Bauchmuskeln, wodurch die gesamte muskuläre Stützfunktion in der Körpermitte reduziert wird. Der Körper versucht, die verringerte Stabilität durch den Einsatz der oberflächlichen Rückenmuskulatur auszugleichen. Das kann dazu führen, dass Ihr unterer Rücken angespannt, müde und schmerzempfindlich ist. Als Folge dieser Verlagerung des Schwerpunktes werden auch die großen Brustmuskeln belastet, ebenso wie der Bereich der Hüftbeuger (die Gruppe von Muskeln an der Vorderseite Ihres Oberschenkels, nahe des Beckens).

Hormonelle Auswirkungen der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft erleben Sie ein Wechselbad der Hormone: Neben dem Östrogen sind Relaxin und Progesteron die Hauptakteure, wenn es um die biologischen Veränderungen in Ihrem Körper geht. Diese Hormone bereiten Sie auf Geburt und Wehen vor, indem sie Ihre Gelenke, Muskeln, Bänder und Bindegewebe lockern. Möglicherweise bemerken Sie eine erhöhte Beweglichkeit der Gelenke, vor allem im Beckenbereich, da die Iliosakralgelenke (IS-Gelenke) und das Schambeingelenk lockerer werden, um die Öffnung des Beckens während der Geburt zu ermöglichen. Durch die Lösung der Bänder und die Gewichtszunahme ist es nicht ungewöhnlich, dass sich auch die Fußbögen senken. Dies wiederum wirkt sich auf die Haltung Ihres gesamten Körpers aus.

Was sind die häufigsten Schwangerschaftsbeschwerden?

Diese erheblichen anatomischen Veränderungen führen bei den meisten Schwangeren unweigerlich zu unterschiedlich starken Beschwerden. Über 70% der werdenden Mütter verspüren Schmerzen im unteren Rücken und im Beckenbereich. Die Kreuzschmerzen werden größtenteils durch die bereits erwähnten körperlichen Veränderungen verursacht, d.h. durch den wachsenden Bauch und die Lockerung des Bindegewebes.

Die Ursachen für Beckenschmerzen sind nicht ganz so gut erforscht. Der erhöhte mechanische Druck auf das Schambeingelenk, der durch den wachsenden Bauch entsteht, und das gelockerte Bindegewebe des Beckens, zusammen mit der angepassten Körperhaltung und den Einschränkungen der Kontrolle über den Beckenboden, gelten als die wahrscheinlichsten Faktoren.

Schmerzen in den Kreuzbändern sind ein weiteres relativ häufiges Schwangerschaftssymptom. Die Kreuzbänder sind Sehnen in Ihrem Becken, die die Gebärmutter an ihrem Platz halten. Wenn Sie nicht schwanger sind, sind die Kreuzbänder dick und kurz, und können sich langsam zusammenziehen und lockern. In der Schwangerschaft jedoch, wenn der Bauch größer wird, dehnen sich die Kreuzbänder als Reaktion auf den Wachstum. Sie können dabei auseinandergezogen werden wie ein überdehntes Gummiband. Jede Bewegung verursacht eine weitere Dehnung dieser Bänder und kann zu scharfen, stechenden Schmerzen neben dem Gesäß, auch in den Hüften, den Oberschenkeln, dem unteren Rücken, der Leiste oder dem Damm und dem Schamgelenk führen. Kreuzbandschmerzen treten typischerweise während einer körperlichen Aktivität auf und können in ihrer Intensität eher schwach sein und nur kurzzeitig auftreten. In manchen Fällen treten lähmende Schmerzen auf, die dazu führen, dass die werdende Mutter in ihren täglichen Aktivitäten stark eingeschränkt wird.

Wie können diese Schmerzen gelindert werden?

Um Schmerzen im Rücken- und Beckenbereich vorzubeugen und zu lindern, sollten Sie zunächst auf Ihre Körperhaltung achten. Entspannen Sie Ihre Knie beim Stehen ein wenig, um das Hohlkreuz im unteren Bereich zu entlasten. Beim Sitzen sollten Sie nicht krumm auf dem Stuhl oder Sessel hocken, sondern versuchen, aufrecht zu sitzen und den Rücken notfalls mit ein paar Kissen abzustützen. Nachts sollten Sie ein oder zwei Stützkissen zur Hand haben; schlafen Sie auf der Seite und positionieren Sie ein Kissen zwischen den Knie. Das kann verhindern, dass sich Ihre Lendenwirbelsäule verdreht und Schmerzen verursacht. Wenn Sie auf dem Rücken schlafen, kann ein Kissen unter den Knien Ihren unteren Rücken stabilisieren und Ihnen ein wenig Erleichterung verschaffen.

Wie Ihr ganzer Körper, mag es auch Ihr Rücken nicht, wenn er über einen längeren Zeitraum in der gleichen Position verharrt. Körperlich aktiv zu bleiben ist der Schlüssel zur Vorbeugung und Linderung von Schmerzen im Rücken und im Beckenbereich.

Versuchen Sie, eine Vielzahl von Übungen in Ihren Tagesablauf einzubauen, um die Muskeln zu stärken, die Ihren Rumpf und den Beckenbereich stützen. Wenn Sie sich hinlegen, um sich ein wenig auszuruhen, legen Sie die Beine in einem 90-Grad-Winkel auf einem Stapel Kissen, auf einem Möbelstück oder an der Wand ab. Halten Sie sie in diesem Winkel an den Hüft- und Kniegelenken gebeugt, wobei die Knie und die Knöchel mit den Hüften sich auf einer Linie befinden. Einmal in der richtigen Position, übernimmt die Schwerkraft die Arbeit und verringert einen Teil des Drucks auf Ihren unteren Rücken.

Probieren Sie verschiedene Wärme- und Kältepackungen auf Ihrem Rücken aus. Die Kältetherapie reduziert den Blutfluss und hilft, Schwellungen und Entzündungen zu minimieren, was wiederum Schmerzen lindert. Eine Wärmebehandlung fördert die Durchblutung und hilft den Muskeln, sich zu entspannen. Testen Sie, was Ihnen am meisten hilft.

Aktiv zu bleiben ist während der Schwangerschaft unerlässlich, für das Wohlbefinden Ihres Rückens und Ihrer Hüften (und für den Geist!). Gleichzeitig sollten Sie sich nur innerhalb Ihrer Belastungsgrenzen sportlich betätigen und darauf achten, Ihrem Körper ausreichend Ruhe zu gönnen. Hören Sie genau auf Ihren Körper, um immer sicher zu gehen, dass die Übungen Ihren oder Ihrem Baby keinen Schaden zufügen.

Welche Art von Hilfe können Schwangerschaftsstützgürtel bieten und für wen sind sie geeignet?

Ein gutsitzendes Schwangerschaftsstützband kann bei Beschwerden oder Schmerzen helfen. Es gibt eine ganze Reihe verschiedener Arten von Stützbändern; probieren Sie mehrere aus, um eines zu finden, das Ihnen hilft, aktiv zu bleiben und Ihren Rumpf so zu unterstützen, dass Sie ohne Schmerzen oder in einem erträglichen Maß gehen oder andere Übungen durchführen können. Ein Stützband kann sowohl Schmerzen im unteren Rücken als auch im Beckenbereich lindern, indem es Ihnen hilft, Ihre Haltung zu korrigieren, und nebenbei Ihren Bauch, Ihre Hüften und Ihren unteren Rücken zu stabilisieren. In gewisser Weise wirkt das Band als Erinnerung daran, eine gute Haltung beizubehalten, was Ihnen wiederum hilft, leichter das Gleichgewicht zu halten.

Die Stütze für Ihren Bauch kann auch die angespannten Muskeln in Ihrem unteren Rücken entlasten. Es gibt verschiedene Arten von Stützbändern für unterschiedliche Stadien der Schwangerschaft - solange sich das Tragen des Stützgurtes angenehm anfühlt, können Sie es ohne Bedenken anlegen.

Wenn Sie unter starken Schmerzen leiden, sollten Sie einen Physiotherapeuten, Osteopathen oder Chiropraktiker aufsuchen, der sich auf Schwangerschaftsbehandlungen spezialisiert hat, um ein speziell auf Sie angepasstes Workout zu entwickeln.

Wie Sie sehen, hat die Schwangerschaft einen umfassenden Dominoeffekt auf Ihre gesamte Rumpffunktion und Haltung; die Umstellung des Hormonhaushalts und der wachsende Bauch verändern alles. Diese Faktoren fordern auch den Rest Ihres Körpers auf, mitzuziehen und sich den veränderten Bedingungen anzupassen.

  

*Maria ist Lola&Lykkes Mutterschafts- und Beckenbodenphysiotherapeutin und -Expertin. Zu ihren Fachgebieten gehört die ganzheitliche Gesundheit der Frau, insbesondere das weibliche Wohlbefinden während und nach der Schwangerschaft. Maria interessiert sich für die körperlichen Veränderungen, die eine Schwangerschaft für den Körper einer Frau mit sich bringt. In Bezug auf die postnatale Genesung hat sie sich auf Beckenbodendysfunktion, Beckenschmerzen und die Rehabilitation von Rectus Diastasen spezialisiert. Sie behandelt auch Babys und Kinder. Ihre Leidenschaft für die Gesundheit von Frauen rührt von ihren eigenen Erfahrungen während der postnatalen Genesung her.

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