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UNSER MUTTERTAGSGESCHENK FÜR DIE MÜTTER, DIE ES AM DRINGENDSTEN BRAUCHEN

Geschrieben von Maana Lindqvist*

Jedes Jahr sterben weltweit 300.000 Frauen an den Folgen von Schwangerschaft und Geburt.

Das ist 1 Frau alle 2 Minuten. 

Fast alle diese Todesfälle sind vermeidbar

Die globale Gesundheit von Müttern steckt in der Krise. Jedes Jahr erleiden Millionen von Frauen auf der ganzen Welt schwere Krankheiten, dauerhafte Behinderungen oder sogar den Tod infolge von schwangerschafts- oder geburtsbedingten Komplikationen. Die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern und weibliche Diskriminierung führen leider auch heute noch dazu, dass jährlich rund 303.000 Frauen – 1 Frau alle 2 Minuten – aufgrund solcher Komplikationen sterben. 99 Prozent dieser Todesfälle ereignen sich in ressourcenarmen Umgebungen, und die meisten von ihnen könnten verhindert werden.

Ärzte, Krankenschwester und anderes Personal aus dem Gesundheitswesen wissen schon lange, was nötig ist, um Frauen und Mädchen eine sichere Schwangerschaft und Geburt bieten zu können. Doch Müttersterblichkeit und die Risiken einer Schwangerschaft sind nicht allein eine Frage des medizinischen Know-Hows. Es ist eine Frage der Beseitigung von Hindernissen für die Schwangerschaftsvorsorge, der Entbindung und der Nachsorge. Kurzum: Es ist eine Frage der Beseitigung gesellschaftlicher Barrieren. Die Gefühle, Emotionen und Erfahrungen einer Frau dürfen nicht länger übersehen und ignoriert werden. Die „Kluft zwischen den Geschlechtern“ muss endlich geschlossen werden. Nicht zuletzt auch in der Wissenschaft, wo deutlich wird, wie sehr die Frauen in den letzten Jahrhunderten missachtet wurden. Wir alle wissen, was zu tun ist.

Wie Gill Walton, der Geschäftsführer des Royal College of Midwives, sagte:

"Und ist klar, dass Frauen eine zentrale Rolle im Wissen um ihre eigene Pflege spielen müssen. Denn dieses Wissen verbessert nicht nur die Gesundheit rund um Schwangerschaft und Geburt, es verbessert auch langfristig die Vor- und Nachsorge für Schwangere und Mütter.“

Nicht jede Frau hat während der Schwangerschaft oder Geburt schlechte Erfahrungen gemacht. Wenn du dich zum Beispiel gern an deine gesunde Schwangerschaft und Geburt zurückerinnerst, dann freut mich das für dich. So sollte die Erfahrung für jede Mutter sein: Voller Wunder und schöner Momente. Dies ist deine Erfahrung und keiner kann (oder sollte) sie dir nehmen, du darfst sie in vollen Zügen genießen. Leider ist dies jedoch nicht die Erfahrung aller Mütter. Zu oft erlebt eine Mutter Traurigkeit, Schmerz oder sogar Verletzungen während der Schwangerschaft oder Geburt. Trotz der Fortschritte in der Medizin und des Zugangs zur Gesundheitsversorgung ist noch lange nicht jede Geburt das freudige Ereignis, das es sein sollte. Zu viele Mütter stehen hinterher auf einem regelrechten Schlachtfeld der Mutterschaft. 

Die Gesundheit von Müttern befindet sich in einer schweren globalen Krise

Vielen Frauen auf der ganzen Welt werden Steine in den Weg gelegt, wenn sie versuchen, die Pflege und Unterstützung zu erhalten, die sie benötigen. Laut Every Mother Counts gibt es vor allem vier Gründe, warum eine Schwangerschafts- oder Geburtserfahrung für eine Frau negativ ausfällt:

  • - respektlose Behandlung;
  • - Diskriminierung;
  • - schädliche Praktiken; 
  • - Engpässe oder keine Ressourcen.
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    Du bist nicht verrückt, wenn du denkst, dass etwas nicht stimmt

    Kamst du dir während der vorgeburtlichen Konsultationen oder während der Entbindung nicht respektiert vor? Hattest du das Gefühl, dass etwas nicht hätte passieren sollen oder dass es anders hätte passieren sollen? Musstest du für dein Recht als Frau kämpfen? Wenn dies der Fall war und du erst Kriegerin sein musstest, bevor du zur Mutter werden konntest, dann hast du mein aufrichtiges Beileid. Genauso möchte ich dir an dieser Stelle jedoch auch gratulieren. Du kannst stolz auf dich sein.

    Respektlosigkeit ist mehr als ein bestimmtes Herabsetzen, Übersehen oder Missachten. Sie lässt sich nicht immer an einem Ereignis festmachen oder ist glasklar. Respektlosigkeit ist mehr als ein Ereignis; es ist die Summe aller physischen und mentalen Ereignisse. Es ist das Gefühl der Mutter nach einem Arzttermin oder nach der Entbindung. Es ist das Gefühl, das vielleicht noch Jahre später aufkommt, wenn eine Mutter an ihre Schwangerschaft zurückdenkt. Während der Schwangerschaft hat es vielleicht keinen erkennbaren Namen und wird gar nicht erst erkannt. Bei der Geburt gibt es jedoch einen Namen dafür: geburtshilfliche Gewalt. Eine finnische Zeitung berichtete am 24. Januar 2021, dass ein Drittel der Eltern, die nur ein Kind haben, ein früheres mütterliches Trauma als Grund dafür nannte, keine Kinder mehr zu wollen. Respektlosigkeit hat echte Konsequenzen.

    Leah McLaren, Mutter von zwei Kindern und preisgekrönte Journalistin, musste um medizinische Behandlung und Unterstützung kämpfen, nachdem ihr Sohn nach einer traumatisierenden Pinzettengeburt nicht reagierte. Sie musste sich mit Desinteresse des medizinischen Personals an der Gesundheit ihres Neugeborenen herumschlagen, während sie selbst noch mit schlimmen Rissen und den Folgen einer Episiotomie kämpfte. Letzen Endes überlebten beide: Ihr Sohn und sie selbst. Und so wurde die Geburt als „erfolgreich“ verbucht. Der postpartale Kampf von Leah McLaren wurde nicht als Teil der Geburt gewertet, obwohl er eindeutig damit verbunden war. Während also die Mediziner Entwarnung gaben, da Mutter und Kind wohlauf waren, verfolgten die Mutter in Wahrheit dunkle Gedanken und üble Rückblenden an das traumatische Geburtserlebnis. Sie litt weiterhin an Stressinkontinenz. Das sollen normale, sogar zu erwartende Nebenwirkungen einer Geburt sein? Sicher. Ich meine, Frauen bekommen diesen Baby-Blues doch öfter nach der Geburt, oder? 

    Nach einer Selbstüberweisung an den Hausarzt und einem anschließenden Termin beim Gynäkologen wurde bei Leah ein Blasenvorfall diagnostiziert. Eine unangenehme, aber behandelbare Verletzung, die im direkten Zusammenhang mit den beschädigten Wänden der Vagina während der Geburt stand. Ihre Entbindung hatte buchstäblich ihren Körper auseinandergerissen. Und Leah ist nicht die einzige. Die Birth Trauma Association, eine Peer-to-Peer-Selbsthilfegruppe, schätzt, dass jedes Jahr 10.000 Frauen in Großbritannien wegen einer posttraumatischen Belastungsstörung infolge einer Entbindung behandelt werden. Das British Journal of Obstetrics and Gynaecology stellte 2015 fest, dass ganze 24 Prozent der Frauen noch 18 Monate nach der Geburt Schmerzen beim Sex hatten. Andere Studien stellten gebrochene Schambeinknochen, schwere Schäden an den Beckenbodenmuskeln, Rückenschmerzen und Inkontinenz bei Frauen fest, die medizinisch grünes Licht nach der Geburt bekommen hatten. Und das soll alles Baby-Blues sein? Wohl kaum.

    Eine respektvolle (oder respektlose) Behandlung hat enorme Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden einer Mutter. Die Sorgen und Ängste einer werdenden Mutter zu missachten und sie vielleicht sogar als „verrückt“ zu bezeichnen, ist absolut unverzeihlich und sollte in keinem medizinischen System vorkommen. Bei der Mutterschaft sollte es darum gehen, zu gedeihen, zu wachsen und nicht “einfach nur zu überleben”. Wenn du weiterliest erfährst du nicht nur, warum dieses Thema uns so am Herzen liegt, wir verraten auch, welche Erfahrungen unsere Mitbegründerin Laura mit dem Thema respektlose Behandlung während der Geburt gemacht hat und lassen sie ihre Geschichte erzählen.

    Diskriminierung geschieht noch immer und sogar prominente Mütter sehen sich damit konfrontiert

    Ungleichheiten und Diskriminierung, denen eine Frau aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Rasse, ihrer ethnischen Zugehörigkeit, ihrer Sprache, ihres sozioökonomischen oder indigenen Status ausgesetzt ist, haben enorme Auswirkungen auf ihre Gesundheit. Diese Auswirkungen einer systemischen Diskriminierung von Frauen und Mädchen während ihres gesamten Lebens kann schlimmstenfalls im Tod enden. Experten haben festgestellt, dass die Rassenunterschiede beim Muttertod in den USA unabhängig vom Einkommen und Bildungsniveau der Mutter bestehen bleiben. Und wenn es in den USA passiert, können wir davon ausgehen, dass es auch anderswo so ist.

    Prominente schwarze Berühmtheiten wie Beyoncé und Serena Williams haben bereits auf Probleme in der Schwangerschaftsvorsorge hingedeutet, indem sie ihre eigenen Erfahrungen publik gemacht haben. Beide Frauen hatten während und nach der Entbindung schwere, fast tödliche Komplikationen, weil sie von ihrem medizinischen Personal praktisch übersehen wurden. Beyoncé berichtete in der Vogue von ihren Erfahrungen mit Toxämie nachdem sie ihre Zwillinge Rumi und Sir zur Welt gebracht hatte. Williams hingegen erzählt, wie sie wochenlang auf der Intensivstation darum kämpfen musste, dass man ihr die nötige Behandlung zuteilwerden ließ. Obwohl es nachweislich Blutgerinnsel in der Anamnese gab, wurde ihr ein CT-Scan und ein Heparin-Tropf nach ihrem Kaiserschnitt verweigert. Nachdem sie nicht lockerließ und auf eine Weiterbehandlung bestand, fand das Ärzteteam schließlich ein Blutgerinnsel in ihren Lungen.

    Diese Frauen haben Geld und Einfluss und doch wurden sie von den behandelnden Ärzten weder angehört noch ernst genommen. Beide Komplikationen hätten frühzeitig erkannt und vollständig vermieden werden können. Diese Geschichten sind jedoch leider keine Überraschung. Statistiken über die negativen Schwangerschafts- und Geburtserfahrungen von POC-Frauen zeigen sogar, wie oft diese Probleme auftreten. Schwarze Frauen sterben in England beispielsweise viermal häufiger während der Schwangerschaft oder innerhalb der ersten sechs Wochen nach der Geburt als weiße Frauen. Bei asiatischen Frauen steigt das Risiko um das Zweifache, bei Frauen gemischter Abstammung um das Dreifache im Gegensatz zu ihren weißen Kolleginnen.

    Schädliche Praktiken bei jungen Frauen und Mädchen

    Im Zusammenhang mit negativen Schwangerschafts- und Geburtserlebnissen müssen natürlich auch die Frauen genannt werden, die Opfer von schädlichen Praktiken und kulturellen Bräuchen wie der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM) oder Kinderzwangsheirat sind.

    Denn obwohl die weibliche Beschneidung international als Menschenrechtsverletzung anerkannt ist, sind heute dennoch mindestens 200 Millionen Mädchen und Frauen in 31 Ländern auf drei Kontinenten von dieser Genitalverstümmelung betroffen. Dabei ist es in Großbritannien inzwischen sogar gesetzlich strafbar, ein Mädchen nicht vor dieser medizinisch vollkommen unnötigen Praxis zu schützen. Mädchen ägyptischer, äthiopischer und indonesischer Abstammung sind von dem Risiko der Genitalverstümmelung besonders betroffen.

    Es wird geschätzt, dass vor COVID-19 weltweit innerhalb des nächsten Jahrzehnts mehr als 100 Millionen Mädchen vor ihrem achtzehnten Geburtstag verheiratet werden sollten. Inzwischen sind durch die Auswirkungen der Pandemie zu dieser Zahl der Kinderbräute noch bis zu 10 Millionen weitere Mädchen hinzugekommen. Weltweit machen Jungen nur ein Sechstel aller Kinderehen aus. Die meisten verheirateten Kinder sind Kinderbräute, also Mädchen, von denen oft erwartet wird, dass sie kurz danach schwanger werden und Kinder austragen. Dass dies mitunter schlimme Folgen für die Mädchen hat, die selbst noch Kinder sind, ist klar.

    Personal- und Ressourcenknappheit

    Selbst wenn eine Frau rechtzeitig zur Geburt in einer medizinischen Einrichtung ankommt, hängen ihre Gesundheit und ihr Überleben von der Qualität der Pflege ab, die sie dort erhält. Gesundheitssysteme zeigen immer wieder bestimmte Probleme, die zu einem Mangel an angemessener Versorgung führen: unzureichende Gesundheitsinfrastruktur, schlechte Arbeitsbedingungen, Mangel an geschultem Personal, Mangel an qualifizierten Geburtshelfern, Mangel an geburtshilflicher Notfallversorgung, Mangel an Blutreserven, Verzögerungen bei der Überweisung an Fachärzte, und Mangel an Medikamenten und anderen Lieferungen.

    Selbst gut aufgestellte Einrichtungen wie der National Health Service in Großbritannien kämpfen täglich mit vielen dieser Probleme. Personalprobleme, das Fehlen klarer Unterstützungssysteme für medizinisches Fachpersonal, Mangel an Blutreserven und Verzögerungen bei Überweisungsentscheidungen sind alles Dinge, mit denen selbst die Gesundheitssysteme in den Industrieländern täglich konfrontiert sind. Aufgrund der unzureichenden Infrastruktur zur Bewältigung möglicher Komplikationen stehen also weltweit viele Mütter vor einer langen, anstrengenden Reise in die Mutterschaft.

     

    Jeder verdient eine qualitativ hochwertige Mutterschaftsversorgung

    Auch, wenn ich mich wiederhole: Die Qualität der Betreuung, die eine Mutter während der Schwangerschaft, Entbindung und nach der Geburt erhält, wirkt sich langfristig auf ihre Gesundheit, die Gesundheit des Kindes und auf die Wahrscheinlichkeit aus, dass die Frau künftig Vertrauen in das Gesundheits- und Pflegesystem haben wird. Die Verbesserung des Zugangs zu Gesundheitsdiensten reicht allein noch nicht aus, um die Ergebnisse der Gesundheit von Müttern insgesamt zu verbessern.

    Stattdessen sollte es qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgungen innerhalb der Gesundheitsdienste für Mütter geben. Gemäß der Vision der WHO sollten diese wie folgt aussehen:

    • ·  Sicher – Bereitstellung einer Gesundheitsversorgung, die Risiken und Schäden für den Benutzer minimiert, einschließlich der Vermeidung vermeidbarer Verletzungen und der Reduzierung medizinischer Fehler.
    • · Effektiv – Bereitstellung von Diensten auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse und evidenzbasierter Richtlinien.
    • · Zeitnah – Rechtzeitige Reduzierung von Verzögerungen bei der Bereitstellung und dem Erhalt von Gesundheitsleistungen.
    • · Effizient – Bereitstellung von Gesundheitsleistungen auf eine Weise, die den Ressourcenverbrauch maximiert und Abfall sowie Verschwendung vermeidet.
    • · Gerecht und gleichgestellt – Bereitstellung von Gesundheitsleistungen, deren Qualität aufgrund persönlicher Merkmale wie Geschlecht, Rasse, ethnischer Zugehörigkeit, geografischer Lage oder sozioökonomischem Status nicht variiert.
    • · Personenzentriert – Bereitstellung von Pflege, die die Präferenzen und Bestrebungen der einzelnen Dienstnutzer und die Kulturen ihrer Gemeinschaften berücksichtigt.
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    Hat Leah McLaren nun eine qualitativ hochwertige Betreuung erhalten oder war sie geburtshilflicher Gewalt ausgesetzt? Die finnische Zeitung beschreibt geburtshilfliche Gewalt als die etablierten Praktiken, bei denen die Mutter nicht berücksichtigt oder ihre Bedürfnisse während der Geburt missachtet werden. Während der Geburt. Was ist aber mit den Folgen der Geburt, Dingen, die nach der Geburt aufgrund von Ereignissen während der Entbindung stattfinden? Während der Schwangerschaft? Was ist mit den Ereignissen vor der Geburt oder Komplikationen, die zu einer Frühgeburt führen können?

    Rebecca Schiller, Vorsitzende von BirthRights, sagt, dass die institutionelle Verweigerung der persönlichen Erfahrung von Frauen ein großes Problem in der Geburtsnachsorge darstellt. Sie fasst das Problem wie folgt zusammen: "Deine Erfahrung spielt keine Rolle, alles, was zählt, ist ein gesundes Baby." Laut Leah McLaren ist die Diagnose “postpartale Depression” bei einer von der Geburt schwer verletzten oder traumatisierten Mutter das medizinische Äquivalent dazu, eine zu Recht zornige Frau zu fragen, ob sie eventuell ihre Tage hat. Es ist unverschämt und lenkt vom eigentlichen Problem ab. Und es passiert ständig.

    Um es mit den Worten von Dr. Mahmoud Fathalla, dem ehemaligen Präsidenten der Internationalen Föderation der Geburtshelfer und Gynäkologen zu sagen:

    "Frauen sterben nicht an Krankheiten, die wir nicht behandeln können. [...] Sie sterben, weil die Gesellschaften sich noch nicht dazu entschlossen haben, dass es sich lohnt, ihr Leben zu retten.” 

    Aber, liebe Leserin und lieber Leser, die ersten Schritte zur Anerkennung der weiblichen Erfahrung in Schwangerschaft und Geburt wurden bereits unternommen: Die britische Gesellschaft hat beispielsweise endlich den Prozess begonnen, die Gesundheitsversorgung für Frauen zu verbessern. Die Themen Fruchtbarkeit, Mutterschaft und sogar Wechseljahre sind endlich auf dem Tisch. Und das Beste daran: Frauenstimmen stehen bei diesen Debatten im Mittelpunkt. Ab Montag, dem 8. März 2021, wird die Women's Health Strategy 12 Wochen lang mit Patientinnen über eine Vielzahl von Themen sprechen. Darunter Mutterschaftsfürsorge und psychische Gesundheit von Frauen. Unsere Stimmen werden also endlich gehört – jedenfalls theoretisch. Denn was tatsächlich passiert, wenn die Ergebnisse dieser Gespräche nach den Sommerferien veröffentlicht werden, bleibt noch abzuwarten.

    Diese Themen gehen uns als Mütter alle an

    Wir bei Lola & Lykke beschäftigen uns mit diesen Themen, weil uns Frauen und das Wohlergehen von Frauen am Herzen liegen. Die persönlichen Erfahrungen unserer Gründerinnen, das generelle Interesse an der Gesundheit von Frauen, das wir in unserem Team teilen, und die Liebe, die wir zu Frauen auf der ganzen Welt haben, inspirieren uns, täglich unser Bestes zu geben. Wir möchten denen eine Stimme geben, die oft überhört werden. Und auch deine Stimme verdient es, gehört zu werden.

    Auch in Ländern wie Finnland, in denen die Mutterschaftsfürsorge als weltweit führend gilt, bestehen weiterhin Mängel in Bezug auf die Mutterschaftsfürsorge. Auch hier ist die körperliche und geistige Gesundheit von Müttern zweitrangig und auch unser Gesundheitssystem ignoriert viel Leid in Bezug auf Frauen und Mütter. Laura, die Mitbegründerin von Lola & Lykke, hatte während und nach der Geburt ihres ersten Kindes schwere Komplikationen, die beinahe tödlich endeten. Auch ihr wurde vom medizinischen Team nicht zugehört. Auch sie bekam die dringend benötigte Pflege nach der Geburt nicht. Sie wurde sogar aus dem Krankenhaus entlassen, obwohl sie an schwerer Sepsis und multiplem Organversagen von Herz und Lunge litt. Am Vortag dazu hatte Laura noch über Verwirrung, Orientierungslosigkeit und das Gefühl geklagt, von der Realität losgelöst zu sein. Das Krankenhaus schickte sie jedoch trotzdem nach Hause. Nicht mal ein einfacher Bluttest wurde durchgeführt. Die Symptome wurden abgetan als „normale Verwirrung, die man als frisch gebackene Mutter empfindet“.

    Das multiple Organversagen und die hypertensive Krise wurden erst am folgenden Tag diagnostiziert, nachdem Laura aufgrund von Atemproblemen in einem lebensbedrohlichen Zustand in die Notaufnahme gebracht wurde. Trotz der traumatischen Geburtserfahrung, die Laura durchgemacht hat, betrachtet sie sich selbst, ebenso wie Leah McLaren, als eine der Glücklichen, da sowohl sie als auch ihr kleiner Sohn den schwerwiegenden Komplikationen ohne dauerhafte Gesundheitsprobleme entkommen konnten. Dass der Genesungsprozess mehrere Monate dauerte, wird dabei jedoch noch immer viel zu oft außer Acht gelassen. Mehrere klinische Studien haben bei Patienten mit multiplem Organversagen aufgrund von Sepsis eine Mortalität zwischen 40 % und 75 % gezeigt. Leider hat nicht jeder so viel Glück, wie Laura es zum Schluss hatte. Das Vereinigte Königreich hat zum Beispeil eine der höchsten Kindersterblichkeitsraten in Westeuropa. Hier werden nach Angaben der NHS-Prozessbehörde jedes Jahr Hunderte von Millionen für Klagen wegen Fahrlässigkeit bei Mutterschaft ausgegeben.

    Hier erzählt Laura in eigenen Worten über ihre Erfahrungen während der Schwangerschaft und Geburt und verrät, wie es dazu kam, dass Lola&Lykke gegründet wurde.

    Was wir tun, um unnötige Traumata zu vermeiden

    Wir hier bei Lola&Lykke kümmern uns um Mütter. Daher haben wir uns von Anfang an mit Every Mother Counts zusammengetan. Wir möchten die Bemühungen dieser Organisation unterstützen und dabei helfen, Schwangerschaft und Geburt für jede Mutter weltweit sicherer und angenehmer zu machen. Every Mother Counts hat Initiativen in den Ländern gestartet, in denen Mütter am meisten zu kämpfen haben. Wir sind der festen Überzeugung, dass jede Mutter während ihrer Schwangerschaft und Geburt die beste, fürsorglichste und einfühlsamste Gesundheitsversorgung verdient, die sie erhalten kann.

    Aus unserer Sicht besteht ein großer Teil des Problems darin, dass schwangere Frauen nicht rechtzeitig und nicht ausreichend über die Risiken eines Geburtstraumas und möglicher Verletzungen informiert werden. Aus diesem Grund haben wir unsere Serie The Pregnancy, Birth & Beyond entwickelt, einen Online-Geburtsvorbereitungskurs, in dem wir dir Wissen und Zuversicht vermitteln, dir die Angst vor der Geburt nehmen möchten und dich bestmöglich auf die ersten Wochen als neues Elternteil vorbereiten. Wir haben uns mit medizinischen Experten und Mutterschaftsphysiotherapeuten zusammengetan, um dir die ganze Bandbreite des medizinischen Fachwissens zur Verfügung zu stellen. So bist du bestens gewappnet und kannst der Geburt und der postpartalen Phase möglichst entspannt entgegenblicken.

     

    Mehr erfahren: The Pregnancy, Birth & Beyond Serie

    Was du als Mutter, als Ehepartner oder als Unterstützer*in tun kannst, um zu helfen

    Als werdende oder als bereits erfahrene Mutter ist das Beste, was du für dich und dein Kind tun kannst, dich stetig weiterzubilden und immer informiert zu bleiben. Wissen ist Macht. Lerne so viel wie möglich, insbesondere darüber, wie die Dinge aussehen sollten, wenn alles richtig läuft. Und informiere dich auch darüber, was eventuell schief gehen könnte. So wirst du im Ernstfall nicht überrascht und kannst besser handeln, wenn etwas Unerwartetes passiert.

    Wenn du, liebe Leserin oder lieber Leser, der Ehepartner, ein Familienmitglied oder ein Freund / eine Freundin einer schwangeren Frau bist, gilt dasselbe: Informiere dich und lerne so viel, wie du kannst über Schwangerschaft, Geburt und Mutterschaftsversorgung. Spreche außerdem direkt mit der werdenden Mutter und sorge dafür, dass diese sich gehört und sicher fühlt. Biete ihr einen Ort, an dem sie ihre Ängste, Hoffnungen und Wünsche ausdrücken kann. Denn auch wenn ich es keinem wünsche: Wenn doch mal etwas Schlimmes passiert und die werdende Mutter sich nicht für sich selbst einsetzen kann, liegt es an dir. Du bist der Schild auf dem Schlachtfeld, der sie beschützt. Recherchiere, höre den Fachleuten zu und frage nach, wenn dir etwas unklar ist. Bereite dich darauf vor, im Ernstfall das Ruder zu übernehmen und für deine schwangere Freundin, Frau oder das schwangere Familienmitglied einstehen zu können.

    Natürlich ist das alles eine ganze Menge an Informationen und Verantwortung. Um es dir etwas leichter zu machen und dir Starthilfe zu geben, bringen wir im Frühling dieses Jahres unser Mutterschafts-Starter-Kit auf den Markt. Hier bekommst du uneingeschränktem Zugriff auf die The Pregnancy, Birth & Beyond Serie, sowie Bio-Schwangerschaftstee und eine Thermoskanne! Ein perfektes Geschenk für eine Babyparty oder um die werdende Mutter mit ein bisschen Luxus und Wissen zu verwöhnen.

    Im Rahmen unseres Engagements für Schwangerschaft, Geburt, Mutterschaft und Kindheit haben wir uns beim Mutterschafts-Starter-Kit mit Every Mother Counts zusammengetan. Wir möchten Frauen und ihren Babys weltweit – von den USA über Bangladesch bis nach Guatemala und weiter – die notwendige Versorgung bieten. Wir sind Teil von etwas Größerem als nur von uns selbst.

    Darum spenden wir 10 € an Every Mother Counts, für jeden Freund oder geliebten Menschen, dem du Lola & Lykke weiterempfiehlst. Den Empfehlungslink zum Freunde werben findest du unten.

    Mit diesem Geld können wir Folgendes bereitstellen:

    •      - Saubere, sichere Geburtskts für Mütter in Bangladesch
    •      - Medizinische Ausrüstung für studentische Hebammen in Guatemala 
    •      - Grundlegendes Zubehör und Geräte für die Geburtsvorbereitung und die Entbindung für Mütter in Tansania ...   
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    • ... Und vieles mehr!
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    * Maana ist die Inhaltsadministratorin von Lola&Lykke. Nach ihrem Studium der Politik und der internationalen Beziehungen in Schottland zog sie nach London, um dort die renommierte London School of Hygiene and Tropical Medicine (Londoner Schule für Hygiene und Tropenmedizin) zu besuchen. Hier studierte und forschte sie im Bereich der reproduktiven und sexuellen Gesundheit.

     

     

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