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Lola&Lykke Experten-Antworten: Rektus diastase und Rückbildung

3 Fragen auf Postpartum und 3 Fragen „Rückbildung – was ist das eigentlich?“

1. Ich habe immer noch einen Spalt von einem Finger Breite, was kann ich tun?


Du kannst noch immer einen bis zwei Finger längs in den Spalt zwischen Deine graden Bauchmuskeln legen? Dann herzlichen Glückwunsch: Du hast keine Rektusdiastase mehr! Ein Spalt von einem Finger ist als ganz normal anzusehen, denn die Bauchmuskeln waren noch nie aneinander, der Spalt also auch vor der Schwangerschaft schon vorhanden.

Anatomisch trennt die graden Bauchmuskeln, die Faszie „Linea alba“. Diese wird in der Schwangerschaft weich und dehnt sich auf, um Deinem Baby Platz zu machen. Auch vor der Schwangerschaft war diese Faszie da und hatte in der Regel eine bis 1,5 Zentimeter Breite-Du hast sie nur nicht gemerkt, da sie da noch sehr fest war.

Am Ende der Schwangerschaft betrug Dein Spalt in der Regel mehrere Finger Breite und wenn er jetzt nur noch einen Finger breit ist, bedeutet dass, das Dein Körper Großartiges geleistet und die Diastase wieder angenähert hat.

Wenn Du nicht mit Symptomen wie Blähbauchgefühl, Instabilitätsgefühl oder z.B. Rückenschmerzen zu tun hast, brauchst Du Nichts weiter zu tun als Deine Rückbildungsübungen zu machen und Du wirst merken, dass der Einfingerspalt mit der Zeit von allein immer fester wird. 

2. Laut Test habe ich keine Rektusdiastase mehr, aber ich sehe immer noch schwanger aus

Wenn Du laut manueller Testung keine Rektusdiastase mehr hast, die Beschwerden aber einer solchen ähneln – Bauch sieht noch schwanger aus, Blähbauchgefühl, instabile Mitte, Bauchnabel schaut vor, Rückenschmerzen, Haltungsprobleme, Beckenbodenbeschwerden, und weiter – kann es sein, dass es sich bei Dir um eine „Körpermitteschwäche“ handelt.

Bei einer Körpermitteschwäche ist nicht der vergrößerte Abstand zwischen den graden Bauchmuskeln und die weiche Faszie die Ursache für Beschwerden, sondern das Zusammenspiel der Bauchwandmuskeln insgesamt funktioniert nach Geburt noch nicht wieder. Dadurch können diese ihrer stabilisierenden Funktion nicht nachkommen und der Bauch geht nach vorn.

Hier ist insbesondere der tiefe quere Bauchmuskel- Musculus transversus abdominis zu nennen: er hat eine Korsettfunktion und sichert so dass Innere unseres Bauches. Er ist der Muskel, der Deinem Baby am nächsten war und der dadurch in der Schwangerschaft am meisten Dehnung abbekommen hat. Dadurch fällt er häufig in einen „Dornröschenschlaf“ und ist nach Entbindung schwer wieder zu finden und zu reaktivieren.

Du bemerkst dann, dass der Bauch instabil ist und Du die Bauchmuskeln nicht gut spüren, bzw. Bauchspannung aufbauen kannst und dadurch erklären sich die Symptome, ähnlich einer richtigen Rektusdiastase.

Was Du nun tun kannst erkläre ich in folgendem:

3. Was sind die besten Übungen bei Rektusdiastase?

Die Zauberübung bei Rektusdiastase gibt es leider nicht. Jede klassische Übung kann, richtig ausgeführt, gut sein bei einer Rektusdiastase oder, falsch ausgeführt, auch kontraproduktiv sein.

Sowohl bei einer richtigen Rektusdiastase als auch bei einer Bauchwandschwäche ist es zunächst wichtig, das Zusammenspiel Deiner Tiefenmuskulatur wiederherzustellen um das weiche Bindegewebe zwischen deinen Bauchmuskeln (Linea alba) wieder auf Spannung zu bringen und damit fester zu machen.

Das bedeutet, dass Beckenboden-Bauch- und Rückenmuskulatur wieder in Einklang kommen müssen, um so Deine Mitte von innen heraus zu stabilisieren. Wir nennen dieses Zusammenspiel der Tiefenmuskulatur in Therapie und Training „Rumpfkapselsystem“. Dazu gehört auch der wichtigste Motor: Deine Atmung über unseren Atemmuskel: das Zwerchfell, denn über eine körpermitteaktivierende Atmung, förderst Du das Zusammenspiel der Rumpfkapselmuskulatur ganz von allein.

All das hat vor der Schwangerschaft einfach so funktioniert, ohne dass Du es bemerkt hast. Durch die Schwangerschaft ist die Koordination dieser Muskeln untereinander häufig aus dem Gleichgewicht gekommen, mit der Folge, dass der Körper Druckbelastungen nicht mehr von innen heraus standhalten kann. Die Folge können Beckenbodenprobleme oder eben auch eine anhaltende Rektusdiastase sein.

Wie machst Du nun diese Rumpfkapselaktivierung? Das erkläre ich Dir in folgendem

4.  Ich habe meinen Rückbildungskurs beendet-jetzt darf ich doch alles wieder machen?

Ich gratuliere Dir, dass Du nach Entbindung einen Rückbildungskurs besucht hast-damit hast Du den Grundstein für eine stabile und gesunde Körpermitte gelegt.

Der Rückbildungskurs hat zum Ziel, Dich von innen heraus wieder zu stärken und zu stabilisieren. Du hat gelernt Deine Tiefenmuskulatursysteme, wie z.B. die Beckenboden- und Bauchmuskulatur wieder zu spüren und anzusteuern, Deine Haltung und Atmung zu optimieren und im Idealfall bist Du nun gut ausgerüstet mit vielen Tipps und Wissen für einen körpermittegerechten und -schonenden Mamaalltag.

Mit dem Rückbildungskurs ist Deine Rückbildung aber noch lange nicht abgeschlossen. Deine Organe brauchen mindestens 9 Monate, bis sie wieder in ihrer Stabilität sind, dasselbe gilt für die Bauchmuskeln und meist auch für den Beckenboden. Stelle Dir die Rückbildungsphase, also die Zeit bis etwa 9 Monate nach Geburt wie eine Rehabilitationsphase nach einer Verletzung vor: Stück für Stück kommst Du mehr zurück in Deine Kraft und kannst natürlich auch die Belastungen z.B. im Sport dosiert steigern…nur eben nicht von 0 auf 100.

Bei Fragen wende Dich gern an deine Hebamme oder eine Beckenbodentherapeutin bzw. Postnataltrainerin in Deiner Nähe.

5. Ich brauche keinen Rückbildungskurs machen, ich hatte ja einen Kaiserschnitt

Das ist ein leider weitverbreiteter Irrglaube und ich kann Dich nur ermutigen, auch nach einem Kaiserschnitt einen Rückbildungskurs zu besuchen.

Dein Körper muss auch nach einem Kaiserschnitt rückbilden-deine Gebärmutter ist ja auch mit Deinem Baby gewachsen und braucht Unterstützung, um in ihre Ursprungsgröße zurückzukehren. Deine Bauchmuskeln sind genau wie bei einer Spontangebärenden verlängert und die Diastase zwischen den Muskeln ist weich und instabil. Nicht zuletzt bereitet sich der Beckenboden bei jeder Schwangeren auf eine Spontangeburt vor (er weiß ja nicht, dass es eine Bauchgeburt wird) das bedeutet, dass er sich hormonell weitet und sogar kleine Lücken bildet, um schön dehnfähig zu werden. Dazu kommen die Wundheilung der Bauchschnittnarbe, schwangerschaftsbedingte Veränderungen an Deiner Haltung, Atmung und dem Bewegungsverhalten… alles Punkte, auf die in einem guten Rückbildungskurs eingegangen wird. 

Wir sehen in der physiotherapeutischen Praxis fast genauso viele Mamas mit Beschwerden am Beckenboden oder der Rektusdiastase nach Kaiserschnitt, wie nach einer Spontangeburt.

Nicht zuletzt macht so ein Kurs viel Spaß, Du lernst ganz viel über den Alltag mit Baby und kannst Dich mit anderen Mamas austauschen…also tu Dir etwas Gutes: geh zum Rückbildungskurs.

6. Wenn etwas noch nicht in Ordnung wäre, würde ich es ja merken.

In meiner Praxis fragen mich die Mamas häufig, wie es sein kann, dass ihre Freundin nach 6 Wochen nach Entbindung schon joggen konnte und dabei auch keine Beschwerden hatte.

Grundsätzlich kann man sagen: das gibt es! Viele Mamas, egal ob nach Bauch- oder Spontangeburt fühlen sich nach Entbindung topfit und können auch Alles wieder wie vor Entbindung machen, ohne dass ihr Körper sich mit Symptomen wie Schmerzen oder Urinverlust beschwert.

Aus therapeutischer Sicht ist es trotzdem empfehlenswert, sich an gewisse Prinzipien der Rückbildung zu halten und mit Impactbelastung z.B. Joggen und Heben von schweren Gewichten im Sport etwas länger zu warten.

Sowohl Organe als auch Beckenboden und Bauchmuskulatur sind anfangs noch sehr instabil und inaktiv und brauchen etwas Regenerationszeit. Der Beckenboden z.B. hat kaum Schmerzrezeptoren, er kann sich also bei Überlastung zunächst häufig nicht bemerkbar machen… und wenn dann später Symptome aufkommen ist oft auch schon ein Befund da.

In meiner Praxis stellen sich Frauen oft erst nach einem Jahr nach Entbindung vor, die früh wieder in „ihrem Sport“ waren, sich erst gut fühlten und dann plötzlich doch Probleme mit Inkontinenz oder Druck nach unten haben…nicht selten stellen wir dann eine Organsenkung fest. Laut Studienlage hat in den Wechseljahren jede zweite Frau eine Organsenkung…also sollten wir doch den Anfängen währen und etwas die Füße still halten nach Entbindung damit unser Körper regenerieren und restabilisieren kann …oder?

Wenn Du wissen möchtest, wie es um dein Tiefensystem bestellt ist und was Du nun schon tun und was eher noch lassen solltest dann suche Dir eine auf die Rückbildung spezialisierte Physiotherapeutin und lasse Dich individuell beraten…denn jeder Körper ist anders und jede Rückbildung verläuft individuell…es gibt hier keine pauschalen Empfehlungen.

Du hast weitere Fragen zu Schwangerschaft oder rektusdiastase? Frage doch einfach kostenlos die Experten von Lola & Lykke.

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